Grundschule erreicht nicht die Mindestzahl / Erhalt damit weiter fraglich

Klassenziel verfehlt: Zehn Erstklässler in Molzen

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Die kommissarische Schulleiterin Karin Thurmann begrüßt die zehn neuen Schüler per Handschlag.

Uelzen-Molzen. Es hat kaum einen Schulstart im Landkreis Uelzen gegeben, der mit soviel Spannung erwartet wurde wie der in Molzen.

Noch am Vortag der Einschulung zeigte sich der Förderverein zuversichtlich, doch noch die magische Zahl 13 zu erreichen, die nötig gewesen wäre, den Fortbestand der Schule zu sichern und Entspannung in der langwierigen Diskussion um den Schulstandort Molzen zu erreichen (AZ berichtete). Am Sonnabend dann die Gewissheit: Es ist bei zehn Anmeldungen geblieben. Es darf in Molzen weiter gezittert werden.

Karin Thurmann, ab sofort mit Unterstützung von Vanessa Neubauer mit der kommissarischen Schulleitung betraut, beschäftigt das Thema, wie auch die Elternschaft und den Förderverein, schon seit Jahren. „Wir haben wirklich alles versucht, die Schule zu erhalten“, sagt sie. „Wie es weitergeht, muss nun die Stadt Uelzen entscheiden.“ Die Stadt hatte den Fortbestand der Schule davon abhängig gemacht, dass wenigstens 13 Anmeldungen vorliegen.

Letztlich ist die Hängepartie um den Standort Molzen für die neue Schulleiterin auch ein Politikum: „Es ist ja durchaus verständlich, dass Eltern ihre Kinder lieber dort einschulen möchten, wo auch die Freunde hingehen. Und eine gewisse Größe ist eben auch erforderlich, um das Angebot halten zu können“, gibt Karin Thurmann zu bedenken.

Wie groß der Druck mittlerweile geworden sein mag, zeigt das Beispiel der Familie Minich aus Masendorf: Diese hatte ihre Tochter Emely zunächst in der Grundschule Oldenstadt angemeldet, sich dann aber, aufgrund des kürzeren Schulwegs, doch noch für Molzen entschieden.

„Als ich das dann dem Sekretariat der Grundschule Oldenstadt mitteilte, wurde ich dort in einem unangemessenen Ton regelrecht zur Rede gestellt“ ärgert sich Mutter Olga Minich. „Für mich ist auf jeden Fall der Eindruck entstanden, dass die Schule Molzen hier ganz bewusst schlecht gemacht wurde“.

Von Oliver Huchthausen

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