Klares Nein zur Neuordnung

Jürgen

Uelzen/Lüneburg. Bei der bevorstehenden Strukturreform der Agentur für Arbeit (AfA) sitzt Jürgen Krumböhmer irgendwie zwischen den Stühlen. Denn einerseits kandidiert der SPD-Mann für das Amt des Landrates im hiesigen Landkreis Uelzen, andererseits ist er zurzeit Erster Kreisrat in Lüneburg.

Dass nun die Debatte um einen Hauptsitz des neu zu ordnenden AfA-Bezirks entweder in dem einen oder aber in dem anderen Landkreis entbrannt ist (die AZ berichtete), macht die Angelegenheit für Krumböhmer nicht gerade einfach.

Entsprechend verhalten hatte er sich jüngst als Lüneburgs Erster Kreisrat zu den Umstrukturierungsplänen geäußert, die von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg angestrebt werden: „Es ist nicht richtig, dass der Standort Uelzen infrage gestellt wird.“ Zuvor hatte er, wie berichtet, im überparteilichen Zusammenschluss mit Uelzens CDU-Kreistagsfraktionschef Claus-Dieter Reese und dem CDU-Bundestagsabgeordneten Henning Otte, als Uelzener Landratskandidat versprochen, für den Erhalt der Uelzener Agentur zu kämpfen.

Krumböhmer

Keine Frage, er befinde sich momentan „in einer blöden Situation“, sagt Krumböhmer. Eine Konfrontationslinie zwischen beiden Landkreisen will er aber gar nicht erst einschlagen. „Allererste Priorität ist, dass wir grundsätzlich diese Neuordnung nicht wollen“, betont er. Es gehe nicht an, dass aus dem fernen Nürnberg etwas vorgegeben werde, das hier vor Ort dann umgesetzt werden soll. Ohne eine Diskussion mit den Beteiligten. Das sei etwas, so Krumböhmer, „wo man sich schon sehr wundern kann“. Die Neuordnung der Agentur für Arbeit sei schlichtweg falsch, „das ist die Stoßrichtung“, sagt der Uelzener Landratskandidat. „Wenn es denn aber so kommt“, betont er, „dann stehe ich zu dem, was ich gesagt habe: Uelzen hat den Hauptsitz nötiger als Lüneburg.“ Dennoch: „Ich werde mich nicht hinstellen und sagen: Etwas muss so oder so sein“, erklärt der 51-Jährige, „wenn eine Position feststeht, dann ist die Diskussion tot.“ Aber genau diese Diskussion will er, und zwar kreisübergreifend und miteinander.

Man müsse mit Unterstützung des Landes an einer grundsätzlich neuen Strukturpolitik feilen und künftig in verschiedenen Bereichen klären, wo welche Behörde ihren Standort haben soll, sagt Krumböhmer. „Da brauchen wir ein Gesprächsforum; das muss sensibel erörtert werden. Und im Gegeneinander geht das nicht.“

Bis zum 23. September will der Verwaltungsrat der Bundesagentur in Nürnberg über die Neuordnung der Agenturen entschieden haben. Danach müssten alle Beteiligten zum gemeinsamen Gespräch an einen Tisch geholt werden. Aus Uelzen und aus Lüneburg. Krumböhmer wünsche sich eine ebenso gute Zusammenarbeit zwischen den Kreisen Lüneburg und Uelzen, wie es sie bereits zwischen den Lüneburgern und dem Landkreis Harburg gebe. Mehr noch: „Das ist erforderlich“, mahnt er an.

Auch als Privatmann sieht Jürgen Krumböhmer keinen Widerspruch darin, dass er als Uelzener Landratskandidat derzeit ein Haus im Landkreis Lüneburg baut. „Das wurde eingestielt, lange bevor die Kandidatur feststand“, erklärt er, „und ist als Kapitalanlage gedacht.“ Denn sollte es mit der Landratswahl in Uelzen klappen, „dann werde ich in den Landkreis Uelzen ziehen und kann das Haus prima vermieten“.

Von Ines Bräutigam

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