Ratsmitglied Bernd Ebeling unterstützt rumänisches Kinderheim bei der Reinigung des Abwassers

Kläranlage für Maffays Hilfsprojekt

Der bekannte Sänger Peter Maffay hat das Kinderferienheim in Rumänien eröffnet.

Uelzen/Roades. Die Brunnen im siebenbürgischen Dorf Roades (zu deutsch Radeln) sind ausgetrocknet. Die Einwohner des 300-Seelen-Ortes transportieren das Trinkwasser mit Treckern aus dem Nachbardorf.

Nun erhält Roades Modell-Charakter für Rumänien: Die Förderung von sozial benachteiligten Kindern und somit auch der Dorfentwicklung hat sich der bekannte Musiker und gebürtige Siebenbürger Peter Maffay zum Ziel gesetzt. Und auch für den Uelzener Diplom-Ingenieur Bernd Ebeling, Mitglied der Grünen im Stadtrat, ist das Dorf mit der stark unterentwickelten Infrastruktur schon fast zu einer zweiten Heimat geworden.

Bernd Ebeling bei Filmaufnahmen in Roades.

Den Bau eines Ferienheims für traumatisierte Kinder hat die Maffay-Stiftung Fundatia Tabaluga gefördert, unterstützt wurde sie dabei von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Im vergangenen Sommer wurde der Neubau offiziell eröffnet. Für die Entstehung der zugehörigen Pflanzenkläranlage für 40 Personen war Bernd Ebeling aus Uelzen zuständig. Pünktlich zum Besuch rumänischer traumatisierter Kinder in dem Dorf ist die Anlage nun fertig geworden, die das Abwasser reinigen soll. Zum Abschlusstest der Anlage, die mit Hilfe von Rumänen gebaut wurde, war der Uelzener vom AWA-Ingenieurbüro wieder vor Ort. „Das Wasser wird gleichmäßig verteilt, es funktioniert“, haben sie erleichtert festgestellt. „Die erste Gruppe ist jetzt im Ferienheim“, berichtet er.

Mit dem Auftrag, den die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit 125 000 Euro unterstützte, waren unter anderem die Erstellung von technischen Richtlinien für die Planung und den Bau solcher Kläranlagen in Rumänien sowie Schulungen und Workshops, Broschüren und ein wirtschaftlich optimiertes Abwasserkonzept für die Ortschaft Roades verbunden.

„Jede Baufirma dort kann so eine Pflanzenkläranlage bauen“, weiß Ebeling. Die Abwasserversorgung ist in weiten Teilen des Landes ein Problem, nur zehn Prozent der ländlichen Bevölkerung sind an ein öffentliches System angeschlossen. Das hatte die DBU davon überzeugt, die Region finanziell zu unterstützen. Genutzt werde solch eine pflanzliche Bodenfilterkläranlage mit einem Gemisch aus gewaschenem Kies und gewaschenem Filtersand für häusliches und gewerbliches Abwasser. Zum Beispiel auch Schlachtbetriebe könnten sie verwenden. Und da künftig nahe des Kinderferienheims noch eine Arztpraxis, eine Wurstfabrik, ökologische Landwirtschaft und eine Firma, die Prothesen herstellt, angesiedelt werden – gefördert durch diverse deutsche Stiftungen, könnte das Vorzeigeprojekt Schule machen.

Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien, der ebenfalls bei der feierlichen Eröffnung in Roades anwesend war, hat eine Summe von rund 48 000 Euro für die Sanierung der Kirchenburg in Roades freigegeben, die von Siebenbürger Sachsen vor 700 Jahren erbaut worden ist. Mit diesen diversen Fördermitteln soll nicht nur das Kulturerbe geschützt werden. Auch den Menschen in der Region, die von Armut und Arbeitslosigkeit geprägt ist, soll eine neue Perspektive geboten werden.

In der so genannten Kinderschutzburg in Roades werden Kinder und Jugendliche aus Rumänien und anderen Ländern mit sozialen Problemen oder mit Trauer-Erfahrungen etwa durch den Verlust eines Elternteils sowie schwer erkrankte oder behinderte Kinder mit ihren Geschwistern therapiert. Auch Pflegekinder oder Alleinerziehende mit Kindern, die humanitärer Hilfe bedürfen, finden dort Hilfe, etwa aus Tschernobyl, Afghanistan oder dem Irak. Ein ähnliches Projekt wie in Roades hat Peter Maffay auch auf Mallorca initiiert.

Von Diane Baatani

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