Die „Cavern Beatles“ begeistern in der Jabelmannhalle

Klänge wie im Original

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Die „Cavern Beatles“ haben 150 Auftritte im Jahr. Sie imitieren die „Beatles“ mit ihrer Kleidung ebenso wie durch Gestik, Musik und Gesang. Das bewiesen sie jetzt in der Uelzener Jabelmannhalle.

Uelzen. Rund 300 Mal sind die „Beatles“ im Cavern-Club in Liverpool aufgetreten.

Die – nach eigenen Angaben – beste Beatles-Cover-Band „The Cavern Beatles“ kommt auf annähernd 150 Termine im Jahr und begeistert ihr Publikum bei jedem Auftritt mit ihrer Musik und den zur jeweiligen Epoche passenden Kostümen. Zum wiederholten Male waren sie am Sonntagabend in Uelzen zu Gast. Und wie die Jabelmannhalle Altes und Vergangenes widerspiegelt, so war auch der Auftritt der vier Liverpooler eine Reise in die Zeit vor 50 Jahren, als die Original-Pilzköpfe die Welt veränderten.

Paul Tudhope imitierte John Lennon in Aussehen und Gestik.

Im ersten Teil des Abends trugen sie noch brave Anzüge und Krawatte zu Hits wie „I saw her standing there“, Tell me why“, „Yesterday“ (sehr schönes Solo von „Paul“/Chris O’Neill), „Hey, you’ve got to hide your love away“ (Solo-Part von „John“/Paul Tudhope an der Gitarre und „Ringo“/Simon Ramsden an den Rumba-Rasseln) und „Paperback Writer“ – bei dem der Gesang leider nur an den Stellen zu hören war, an denen die Instrumente schwiegen. Mit „Twist and Shout“ ging es dann in die Pause.

Im zweiten Teil – die Kostümierung im Stil der „Sergeant-Peppers-Lonely-Hearts-Club-Band“ gab es schon vor – kamen die eher pompösen, orchestralen Stücke auf die Bühne. „Penny Lane“ klang durch die zwei Keyboards beinahe wie das Original, bei „Strawberry fields forever“ tauchten die Scheinwerfer die Bühne in erdbeerfarbenes Licht und bei „I say hello“ standen fast alle Konzertbesucher und bewegten sich zum Rhythmus.

Es war ein Abend mit guter, alter Musik. Erinnerungen an damals wurden wach. Mit geschlossenen Augen klang die Band wie die Originale. Mit offenen Augen fiel besonders „Ringo“ aus dem Rahmen, denn er hatte absolut keine Ähnlichkeit mit dem echten Ringo Starr. Allerdings machte er dies durch gekonntes Trommeln wieder wett. Bewundernswert indes Paul Tudhope, der John Lennon nahezu perfekt in Aussehen, Gestik, Bewegung und Musikalität imitierte. Gewiss, es waren Perücken, mit denen die Vier ihr optisches Erscheinungsbild variierten, aber bei „John“ war die Ähnlichkeit einfach verblüffend.

Dass die Jungs auf der Bühne „Stille Nacht“ benutzten, um dann zu „Hey Jude“ überzuleiten, fällt möglicherweise in die Rubrik „englischer Humor“ – eine gute Idee war es nicht. Den Gesamteindruck etwas störend war auch das nicht perfekte Zusammenspiel bei „Octopus’s Garden“. Das darauf folgende „Here comes the sun“– Spitze! Mit „Get back“ verabschiedeten sich die „Cavern Beatles“ von ihrem Uelzener Publikum.

Von Folkert Frels

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