Ehemalige Ortsdurchfahrt

Kirchweyhe: Rückbau der Fahrbahn und neue Verkehrsführung

+
„Alte B 4 Sackgasse“ – aus Uelzen kommend kann man noch in den Ort hineinfahren, aus Norden nicht mehr. Fotos: Bräutigam

UELZEN-KIRCHWEYHE -  Die B 4 inmitten Kirchweyhes eine Sackgasse? Nicht nur den Kirchweyhern selbst mag dies zurzeit etwas suspekt vorkommen, auch mancher Autofahrer fragt sich, wie eine bis vor zwei Tagen noch extrem befahrene Hauptverkehrsader plötzlich zur Straße ohne Weiterkommen werden kann.

Des Rätsels Lösung: Die ehemalige Ortsdurchfahrt des Uelzener Ortsteils wird mit der Einweihung der Ortsumgehung zur Gemeindestraße heruntergestuft und für den Kraftverkehr nur noch bis zum nördlichen Ortsausgang befahrbar sein. Aus Richtung Norden werden künftig nur noch Radfahrer, Fußgänger und landwirtschaftliche Fahrzeuge in den Ort gelangen, wie Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull im AZ-Gespräch erklärt.

Lesen Sie auch: Und plötzlich herrscht Ruhe...

2,1 Kilometer Lebensqualität

Die Straße wird am nördlichen Ortsausgang von zurzeit mehr als sechs Metern Breite auf drei Meter zurückgebaut. Und dies, so kündigt der Stadtbaurat an, werde auch noch in diesem Jahr geschehen. Am Mittwoch wurde zunächst einmal die behelfsmäßige Asphaltspur abgefräst, die für den Bau des Anschlusses der alten B 4 an die neue Ortsumgehung nördlich von Kirchweyhe entstanden war. In diesem Bereich wird es auch künftig eine Abfahrt von der B 4 geben – allerdings nur für den landwirtschaftlichen Verkehr. Der normale Kraftverkehr wird per Beschilderung aus Kirchweyhe ausgesperrt.

Die behelfsmäßig angelegte Asphaltspur nördlich von Kirchweyhe wurde gestern weggefräst.

Das bedeutet: Wer aus Norden kommend nach Westerweyhe fahren möchte, muss künftig über die Ortsumgehung an Kirchweyhe vorbei fahren, den Kreisverkehr an der „Blauen Lagune“ passieren und von dort aus nach Kirchweyhe hineinfahren. Oder aber er nimmt die Strecke über den Kämpenweg am Funkturm vorbei.

Auch Anwohner des nördlichen Teils Kirchweyhes dürften sich nicht über das Durchfahrtsverbot am nördlichen Ortsrand hinweg setzen, betont Scheele-Krogull. Wie sich die Nutzung der Straßen letztendlich in der Praxis entwickele, werde man seitens der Stadt beobachten, sagt er. Auch die Abbiegesituation an der B 4 nördlich von Kirchweyhe werde man im Hinblick auf eventuell entstehende Probleme im Blick haben.

„Kirchweyhe macht einen Quantensprung“, kündigt der Stadtbaurat an. In Sachen Lebensqualität und Attraktivität. Denn mit der nunmehr eingekehrten Ruhe im Ort soll Kirchweyhe auch die Chance für eine Dorferneuerung erhalten, sagt Scheele-Krogull. „Wir haben immer gesagt: Sobald die Teilung des Ortes durch die B 4 aufgehoben ist, werden wir uns verstärkt der Entwicklung Kirchweyhes widmen.“ Und dazu gehöre unter anderem die Schaffung einer attraktiven Dorfmitte beziehungsweise eines Dorfplatzes ebenso wie die Erschließung des kleinen Neubaugebietes in Richtung Westerweyhe.  - Von Ines Bräutigam 

Kommentare