Sternschule übernimmt Betreuung von Kindern / Hedda Teske geht mit 78 Jahren in den Ruhestand

Kindertreff am Stern schließt

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Hedda Teske war das Gesicht des Kindertreffs: 14 Jahre lang hat sie mit Hilfe der St.-Johannis-Gemeinde und weiteren Mitstreitern Mädchen und Jungen im Gemeindehaus am Stern betreut.

Uelzen. Der Kindertreff am Stern wird am Mittwoch seine Arbeit beenden. Das Gesicht der Einrichtung war die Uelzenerin Hedda Teske. Mehr als ein Jahrzehnt betreute sie mit Hilfe der St.-Johannis-Gemeinde und weiteren Ehrenamtlichen Grundschulkinder in den Nachmittagsstunden.

Mittagessen, Hausaufgabenhilfe, Freizeitangebote. Teske wie ihre Mitstreiter wollten Mädchen und Jungen, deren Eltern berufstätig sind, nach der Schule sich nicht selbst überlassen. „Noch als Lehrerin habe ich gesehen, wo das hinführen kann“, sagt Teske der AZ. Mit dem kommenden Schuljahr wird an der Sternschule – wie auch an fünf weiteren Uelzener Grundschulen – ein Ganztagsbetrieb geführt. Damit wird dort ein Mittagstisch angeboten, zudem besteht ein Unterrichtsangebot am Nachmittag. Die bisherige Aufgabe des Kindertreffs, so Hedda Teske, übernehme die Schule.

Der Kindertreff am Stern war im Gemeindehaus von St. Johannis untergebracht. Dort war er 1998 aufgebaut worden, nachdem sich Politik und Gesellschaft der Bedeutung einer Nachmittagsbetreuung bewusst geworden seien, sagt St.-Johannis-Pastor Ulrich Hillmer. Vier Jahre später fand das Projekt jedoch zunächst ein jähes Ende: Stellen für Erzieherinnen, bis dahin über Gelder vom Arbeitsamt finanziert, wurden nicht mehr gefördert. Zu diesem Zeitpunkt erklärten Hedda Teske als ehemalige Lehrerin an der Sternschule und der Kirchenvorstand von St. Johannis, den Kindertreff aufrecht erhalten zu wollen. Es wurde zu einem zum größten Teil von ehrenamtlichen Helfern getragenes Projekt.

Zuletzt waren neben zwei nebenberuflichen Betreuungskräften mehr als 25 freiwillige Helfer an einem oder mehreren Tagen von 13 bis 17 Uhr im Kindertreff tätig. Teske spricht von einem über die Jahre gewachsenen Betreuungsangebot in dieser Zeit für bis zu 30 Kinder mit schließlich warmen Mahlzeiten.

Eltern zahlten 35 Euro pro Monat. Die Betreuungszahl von maximal 30 Kindern sei immer wieder ausgereizt worden – zuletzt mit der Aufnahme von Flüchtlingen in der Stadt. „Wir mussten Anfragen von Eltern auch ablehnen“, berichtet Teske. Deshalb sei es richtig und wichtig, dass nun die benachbarte Sternschule ein Nachmittagsangebot schaffe. Pastor Ulrich Hillmer erklärt: Die Bildungseinrichtung sei in der Lage, eine verlässliche Betreuung in einer anderen Dimension anzubieten.

Mit dem Auszug der Kinder aus dem Gemeindehaus stellt sich für die St.-Johannis-Gemeinde die Frage, ob sie zukünftig in der Kinder- und Jugendarbeit andere Schwerpunkte setzen will. „Darüber werden wir uns Gedanken machen“, sagt Hillmer.

Am heutigen Montag wird der Pastor die Mädchen und Jungen des Kindertreffs zum Abschied segnen, am Mittwoch wird die Einrichtung dann am Nachmittag zum letzten Mal die Türen öffnen. Für Hedda Teske beginnt an diesem Tag dann tatsächlich der Ruhestand. Sie ist 78 Jahre alt. Das Abschiednehmen von den Kindern wird ihr nicht leicht fallen, sagt sie. Aber ihr großer Wunsch einer verlässlichen Betreuung am Nachmittag durch die Schule sei in Erfüllung gegangen. „Ich habe mich immer für eine Ganztagsschule ausgesprochen – jetzt wird sie in Uelzen eingeführt.“

Von Norman Reuter

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