Mehr als vier Jahre Haft: Bundesgerichtshof bestätigt Verurteilung von Jürgen W.

„Kinder in Not“: Urteil rechtskräftig

Nach dem Urteilsspruch im vergangenen September winkte Jürgen W. noch den Journalisten zu, stieg dann in ein Taxi und fuhr davon. Der Bundesgerichtshof hat nun die damals verhängte Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten bestätigt, das Urteil ist damit rechtskräftig. Foto: Archiv

ib Uelzen/Lüneburg. Das Urteil des Landgerichtes Lüneburg gegen den 48-jährigen Jürgen W. aus Bardowick, der unter anderem auch in Uelzen in erheblichem Umfang Spenden für den von ihm gegründeten Verein „Kinder in Not“ eingesammelt hatte, ist rechtskräftig.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat die Revision des Angeklagten gegen ein Urteil des Landgerichts Lüneburg vom 27. September 2011 jetzt als unbegründet verworfen, weil ein Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten nicht festzustellen sei.

Die 1. große Jugendkammer des Landgerichtes hatte Jürgen W. – der auch als „Spendenclown von Bardowick“ bezeichnet wurde, weil er während der Sammlungen ein Clownskostüm trug –, zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt (AZ berichtete). Er hatte für besagten Verein Spenden gesammelt, aber den größten Teil des Geldes für sich selbst verbraucht. Laut Gericht sollen damals insgesamt Beträge im „tiefen sechsstelligen Bereich“ zusammengekommen sein.

Außerdem befand die Kammer den Angeklagten für schuldig, in einer eidesstattlichen Versicherung falsche Angaben über seine Vermögensverhältnisse gemacht zu haben. Das Verfahren vor dem Landgericht Lüneburg hatte einen bundesweites Medienecho ausgelöst und zu einer Diskussion über eine bessere Kontrolle bei der Verwendung von Spendengeldern geführt.

Der Bundesgerichtshof hat jetzt die Verurteilung wegen Untreue in 40 Fällen und damit die verhängte Freiheitsstrafe bestätigt.

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