Staatsanwältin fordert hohe Haftstrafen für Ramadan N. und Suleiman K.

Keine Reue, kein Mitgefühl

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Empfindliche Gefängnisstrafen forderte Staatsanwältin Sabine Thomas am Mittwoch für zwei 24 und 26 Jahre alte Uelzener, die seit August 2013 auf der Anklagebank des Lüneburger Landgerichts sitzen.

aja Uelzen/Lüneburg. Empfindliche Gefängnisstrafen forderte Staatsanwältin Sabine Thomas am Mittwoch für zwei 24 und 26 Jahre alte Uelzener, die seit August 2013 unter anderem wegen Erpressung und Körperverletzung auf der Anklagebank des Lüneburger Landgerichts sitzen:

Für Ramadan N. beantragte sie zwei Jahre und zehn Monate Haft sowie eine Haftstrafe von neun Monaten für Bedrohung und Körperverletzung, und für Suleiman K. forderte sie zwei Jahre und drei Monate Haft sowie für eine Körperverletzung im März vergangenen Jahres sechs Monate Gefängnis. In ihrem Plädoyer begründete die Anklägerin die hohen Haftstrafen damit, dass beide jeweils kurz vor den nun verhandelten Straftaten einen Strafprozess und eine Verurteilung erlebt hätten, die offenbar keinen Eindruck hinterließen. „Keiner von beiden hat sich die Strafurteile zur Warnung dienen lassen. “.

Auch im Verlauf der Hauptverhandlung habe keiner der beiden etwas wie Reue oder gar Mitgefühl gezeigt. „Sie haben beide den Eindruck hinterlassen, dass dieser Strafprozess trotz der schweren Vorwürfe zu ihrer Belustigung oder Unterhaltung geführt werde“, erinnerte Sabine Thomas daran, dass sie mit einem der Zeugen im Zuschauerraum Scherze gemacht hätten.

Darüber hinaus betonte die Staatsanwältin, dass die Opfer der beiden Angeklagten ohne Anlass angegriffen worden seien. „Im Vorbeigehen hatte er dem Zeugen, einem ihm völlig unbekannten Gast, in der Diskothek einen Fausthieb verpasst“, aus dem sich dann eine folgenreiche Prügelei entwickelt habe, so die Staatsanwältin. „Das Opfer wird den Rest seines Lebens unter den Folgen leiden“, ergänzte die Nebenklagevertreterin, Rechtsanwältin Wiebke Schröder. Der junge Mann trug schwere Gesichtsverletzungen davon. Die eine Seite des Gesichts werde sein Leben lang taub bleiben, so Schröder, außerdem mussten Titanplatten eingesetzt werden und der Tränenkanal eines Auges ist zerstört.

Ein weiteres Zufallsopfer war nachts an der Gartenstraße mit seiner Freundin unterwegs. Da waren die beiden Angeklagten ausgestiegen und hatten den Passanten ohne Grund erst angesprochen, dann provoziert und – als der Mann sich nicht provozieren lassen wollte – zugeschlagen. Zum dritten Anklagekomplex steht für die Staatsanwältin trotz einiger Ungereimtheiten fest, dass es sich um eine gemeinschaftlich begangene Erpressung handele.

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