Neue Satzung: Kutscher müssen Kot beseitigen / Außerdem: Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen

Keine „Pferdewindel“ in der Kurstadt

+
Eine saubere Lösung: In Bevensen-Ebstorf werden sogenannte „Pferdewindeln“ nicht vorgeschrieben. Fest steht aber, Halter und Gespannführer müssen Pferdeäpfel umgehend beseitigen.

Bad Bevensen/Ebstorf. „Das ist eine unerträgliche Nachlässigkeit von wenigen Verursachern, die nicht in das Stadtbild passt“, sagt Bad Bevensens Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer und spielt auf ein Verhalten an, das vielen Bevensern übel aufstößt:

Pferdeäpfel auf Wegen und Straßen, die nicht beseitigt werden.

Mehrere schriftliche Beschwerden seien bei der Stadt bereits eingegangen – ändern kann Politik und Verwaltung an dieser Stelle jedoch nichts. Denn die Straßenreinigung sowie die öffentliche Ordnung sind Sache der Samtgemeinde. Die nahm sich am Donnerstagabend dem Pferdekot-Problem der Kurstadt aber an: Einstimmig beschloss der Samtgemeinderat die Änderung der „Verordnung zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ der Samtgemeinde. Das war ohnehin notwendig, weil seit der Fusion 2011 der ehemaligen Samtgemeinden Altes Amt Ebstorf und Bevensen zur Kommune Bevensen-Ebstorf die Ortsrechte vereinheitlicht und zusammengeführt werden sollen. „Zwei Punkte wurden außerdem neu aufgenommen, die weder in Bevensen noch in Ebstorf bisher geregelt waren – die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen und die Beseitigung von Pferdekot“, erklärt Thomas Fisahn, Erster Samtgemeinderat, auf Nachfrage der AZ.

Im Paragraph vier der Satzung sind die beiden tierischen Fälle geregelt. Demnach müssen ab 2014 Katzenhalter, deren Katzen „Zugang ins Freie“ haben, diese vom Tierarzt entweder per Tätowierung oder per Mikrochip kennzeichnen lassen. Laut Paragraph gilt man auch als Katzenhalter, wenn man freilaufenden Tieren regelmäßig Futter gibt. „Verbunden mit der Aufnahme dieses Punktes ist die Hoffnung, das punktuell aufgetretene Problem der verwahrlosten, frei laufenden Katzen geregelt zu bekommen“, sagt Fisahn.

Pferdeäpfel müssen künftig in der Samtgemeinde laut neuem Passus vom Halter beziehungsweise bei Kutschen vom Gespannführer „umgehend“ beseitigt werden. „Zu diesem Zweck sind ausreichend geeignete Hilfsmittel – also Eimer und Schaufel – mitzuführen“, erläutert Fisahn.

Der im Verwaltungsausschuss der Stadt Bad Bevensen vorgetragene Vorschlag, so genannte „Pferdewindeln“ einzuführen, die in anderen Städten den Kot von Pferden direkt „nach dem Fall“ zwischen Tier und Kutsche auffangen, wurde nicht in die Satzung aufgenommen.

Bad Bevenser Einwohner hatten sich unter anderem beschwert, dass im Bereich „Schöne Aussicht“ und der Innenstadt Kutscher und Reiter die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht entsorgt hatten. „Das ist teilweise gehäuft vorgekommen. Wir sind uns einig: Der Verursacher soll seinen Dreck wegmachen“, betont Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller.

Kommentare