Keine Jagdsteuer-Senkung

Im Blick: Schon seit einigen Monaten räumt die Kreisjägerschaft das Fallwild nach Wildunfällen nicht mehr von den Straßen. Das ist ein Protest der Jäger gegen die Jagdsteuer.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Die Jagdsteuer im Kreis Uelzen wird möglicherweise wieder zum Zankapfel zwischen Politik und Verwaltung auf der einen Seite und der Jägerschaft auf der anderen. Der Kreisausschuss hat nämlich jetzt beschlossen, die noch vor wenigen Wochen angekündigte Kürzung der Jagdsteuer um drei Prozentpunkte – das entspricht rund 25 000 Euro pro Jahr – wieder auf Eis zu legen. Doch als Missachtung der Kreisjägerschaft will der Ausschuss das nicht verstehen. Vielmehr hat der finanzielle Druck seitens des Landes die Uelzener Kreispolitik zur Umkehr bewogen.

Das niedersächsische Innenministerium sehe eine Kürzung der Jagdsteuer angesichts der prekären Haushaltslage des Kreises „sehr kritisch“, erklärt Landrat Theodor Elster. Jeder Betrag, den man der Uelzener Jägerschaft erlasse, werde das Land dem Kreis bei künftigen Bedarfszuweisungen wieder abziehen. Das hat das Ministerium dem Landrat unmissverständlich mitgeteilt. Auch für den Fall, dass das Land 75 Prozent der Kassenkredite des Kreises Uelzen übernehmen sollte, wenn dieser mit anderen Partnern fusioniert, seien finanzielle Abzüge möglich, befürchtet Elster. „Der Kreisausschuss sieht angesichts der Konsequenzen, die uns drohen, leider nicht die Möglichkeit, jetzt die empfohlene Senkung der Jagdsteuer durchzuziehen“, erklärt der Landrat. Er hat die Mitteilung des Ministeriums „mit Bedauern entgegengenommen“. Auch Gernot Magyar, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Uelzen, ist über diese Entwicklung enttäuscht. „Wir wollten nicht die ganze Jagdsteuer erlassen haben. Die dreiprozentige Kürzung wäre nicht so ein großer Betrag gewesen“, sagt er gegenüber der AZ.

Trotzdem kann Magyar nachvollziehen, dass der Landkreis in dieser Angelegenheit in einer Zwickmühle steckt. Vorerst will er sich zum Thema Jagdsteuer aber nicht äußern. „Wir haben am 8. Juni eine erweiterte Vorstandssitzung mit den Hegeringleitern. Bis dahin will ich mich noch bedeckt halten“, sagt er gegenüber der AZ.

Wie sich die Jäger positionieren werden, sei ungewiss. „Manche wollen gegenüber dem Landkreis eine harte Linie verfolgen, andere fragen sich, warum sie für die Revierinhaber überhaupt kämpfen sollen“, hat Magyar bei Gesprächen mit mehreren Hegeringleiter erfahren.

Auf jeden Fall könnte die aktuelle Weigerung der Jägerschaft, das bei Unfällen getötete Wild von den Straßen im Kreisgebiet zu entsorgen, bis auf Weiteres aufrecht erhalten bleiben.

Kommentare