Kreisverband lässt Unterstützung anderer Kandidaten in Uelzen und Suderburg offen

Keine grünen Bürgermeister

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Der neue Kreisvorstand der Grünen (von links): Markus Jordan, Julia Riedel, Stephan Kaufmann, Manuela Arndt, Christine Kohnke-Löbert und Geschäftsführerin Judith Libuda.

Uelzen. Sollen die Delegierten für Bundes- und Landesversammlungen für ein oder zwei Jahre gewählt werden? Und müssen dafür Frauen oder Männer bestimmt werden? Über diese Formalien diskutierten die Kreis-Grünen auf ihrer Mitgliederversammlung am Mittwochabend in Uelzen lang und kontrovers.

Doch als es darum ging, für die Bürgermeisterwahlen in Uelzen und Suderburg eigene Kandidaten zu finden, erntete Versammlungsleiterin Friederike Hein nur Schweigen aus der Runde. Für die beiden Urnengänge am 25. Mai meldete sich niemand – die Grünen stellen somit keine eigenen Bewerber.

Auch die Frage, ob sich die Grünen für einen Kandidaten einer anderen Parteien aussprechen sollten, ließ die Versammlung offen. „Teile der Stadtratsfraktion sind der Meinung, dass der Kreisverband keinen Kandidaten unterstützen, sondern sich eher zurückhalten sollte“, sagte Karl-Heinz Schmäschke, Mitglied des Uelzener Rates. Weder der von der SPD nominierte parteilose Bewerber Jürgen Markwardt noch Karsten Jäkel (CDU) stünden den Grünen unbedingt nahe, meinte Schmäschke, gab aber auch zu: „Wir könnten mit beiden Kandidaten leben, wollen uns aber nicht vor einen Karren spannen lassen.“ Zudem könnten die Grünen dazu beitragen, Kosten zu sparen, „indem wir verhindern, dass es zu einer Stichwahl kommt“, sagte Schmäschke angesichts von bislang nur zwei Bürgermeisterkandidaten.

Markus Jordan betonte, dass die Stadtratsfraktion über die mögliche Unterstützung eines parteifremden Kandidaten noch nicht entschieden habe. „Wir werden das rechtzeitig vor der Wahl zwischen Fraktion und Vorstand beraten und bekannt geben“, kündigte er an.

Der grüne Landtagsabgeordnete Heiner Scholing fände es „in Ordnung, wenn wir sagen, wir unterstützen keinen“. Allerdings sollten die Grünen ihre politischen Erwartungen an das Amt des Bürgermeisters genau formulieren. Das sah Friederike Hein genauso. Es gelte, „eindeutige Fragen zur Zukunft Uelzens“ zu stellen, die Markwardt, Jäkel und etwaige weitere Bewerber beantworten müssten. „Wir sollten Ansprüche an den künftigen Bürgermeister stellen, dass grüne Themen besetzt werden“, forderte auch der Uelzener Ratsherr Bernd Ebeling.

Auf der Mitgliederversammlung standen zudem Vorstandswahlen an. Dabei wurde Kreissprecherin Christine Kohnke-Löbert im Amt bestätigt. Als neuer Kreissprecher steht ihr Markus Jordan zur Seite, der Friederike Hein ablöste. Kassierer bleibt Stephan Kaufmann. Zu Beisitzern gewählt wurden Julia Riedel und Manuela Arndt.

Von Bernd Schossadowski

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