Kein Rabatt für Senioren

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Für die Nutzung der Bücherei in Bienenbüttel wird ab kommendem Jahr ein neues Gebührensystem in Kraft treten.

Bienenbüttel. - Von Ines Bräutigam

Die Einzelgebühr für Musik-CDs, Hörbücher und Film-DVDs entfällt, dafür wird der jährliche Betrag von bisher 5 auf 12 Euro angehoben. Das hat der Rat der Gemeinde Bienenbüttel für die örtliche Bücherei beschlossen. Die Änderung soll ab 1. Januar 2011 in Kraft treten.

Zum einen soll mit dieser Umstellung die Ausleihe von elektronischen Medien und damit auch die Attraktivität der Gemeindebücherei gesteigert werden. Zum anderen soll auch ein höherer Kostendeckungsgrad erzielt werden. In einer Vorab-Befragung der Leser zu dem geplanten Gebührensystem gab es durchweg positive Resonanz.

Einzig der Seniorenbeirat, für den während der öffentlichen Ratssitzung Klaus Wedekind sprach, meldete Kritik an. Senioren würden nämlich mit dem neuen Gebührensystem nicht mehr besonders behandelt. Bisher mussten sie keine Jahresgebühr bezahlen. „Jetzt geht es rauf von 0 auf 12 Euro“, so Wedekind. Er bat deswegen um eine Ermäßigung für Rentner auf 6 Euro jährlich. Dann sei der Sprung nicht so extrem. Maike Mammen, Leiterin der Gemeindebücherei, betonte allerdings, dass die Senioren selber dies offensichtlich anders sehen. „Viele Rentner sagen, dass es vernünftig wäre, auch von ihnen eine Gebühr zu nehmen“, berichtete sie aus der Praxis und machte ein aufschlussreiches Rechenbeispiel auf: Vor allem die älteren Leser leihen sich viele Hörbücher aus, die bisher je einen Euro gekostet haben. Wenn sie jährlich zwölf Hörbücher ausleihen – und das täten die meisten, so Mammen – dann hätten sie ihren Jahresbeitrag schon wieder „drin“. Unterm Strich, ist Bienenbüttels Büchereileiterin überzeugt, würden die meisten mit der neuen Regelung sogar noch kostengünstiger wegkommen. „In diesen 12 Euro“, so Mammen, „ist ja alles enthalten.“ Un das sei auch für Kinder attraktiver, die bisher mit großen Augen vor den elektronischen Medien standen, einen Euro Extra-Gebühr aber oftmals nicht dabei hatten. „Die Bücherei gibt es mittlerweile seit 40 Jahren“, so Mammen, „und in dieser ganzen Zeit hat es noch nie eine Änderung der Gebühren gegeben.“ Man rede hier von 12 Euro im Jahr, gab sie zu bedenken, und verlange den Lesern also einen Euro pro Monat ab. „Ich bin sicher: Alle können das bezahlen. Dafür trete ich ein.

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