„Kein offizielles Verteilungszentrum“

Weiterer Flüchtlingszug erreicht heute Vormittag Uelzen

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Am Sonntag vor einer Woche erreichte der zweite Flüchtlingszug Uelzen. Ehrenamtliche Helfer versorgten etwa 400 Flüchtlinge auf dem Gelände am Edeka-Markt und am Zentralen Omnibus-Bahnhof.

Uelzen. Ein weiterer Zug aus Salzburg mit etwa 530 Flüchtlingen an Bord soll heute Vormittag Uelzen erreichen. Die Männer, Frauen und Kinder würden – wie bereits vorletzte Woche – mit Bussen weiter zu Erstaufnahmezentren gebracht, erklärt der Landkreis.

Ihm wurde lediglich mitgeteilt, dass Einrichtungen in Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern angefahren werden sollen. Um welche es sich handele, sei nicht gesagt worden, so Kreissprecher Martin Theine. Aber wie erfolgt dann die Verteilung vor Ort?

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Matthias Eichler, Pressesprecher des niedersächsischen Innenministeriums, gegenüber der AZ: Der Koordinierungsstab im Ministerium des Inneren und des Sports plane und organisiere jeden Tag in Abstimmung mit dem Bund und der Landesaufnahmebehörde des Landes die Verteilung der Flüchtlinge. Da die Zahlen sich höchst dynamisch entwickeln würden, könne nur kurzfristig gesagt werden, wie auf die Situation reagiert werden müsse. „Aber selbstverständlich werden die Protagonisten vor Ort rechtzeitig informiert.“

Bei dem heutigen Flüchtlingszug handelt es sich um den dritten, der die Uhlenköperstadt erreicht. Wenngleich Flüchtlinge in Uelzen ankommen und von dort aus weitergefahren würden, handele es sich bei der Stadt „um kein offizielles Verteilerzentrum“, erklärt Matthias Eichler. Ein solches soll, wie berichtet, in Oerbke im Heidekreis entstehen. Wie jetzt in Uelzen sollen dort die Flüchtlinge, die mit der Bahn aus Öster- reich ankommen, in Busse umsteigen und dann weiter verteilt werden. Die Pläne für das Verteilerzentrum in Oerbke würden nach wie vor gelten, so der Ministeriumssprecher.

Um die Flüchtlinge heute in Uelzen versorgen zu können, packt der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes mit ehrenamtlichen Helfern wieder mit an. Das DRK werde mit 18 Einsatzkräften vor Ort sein, sagt DRK-Sprecherin Meike Karolat. Zudem stünden zur Verständigung 15 Dolmetscher zur Verfügung, die über die Flüchtlingshilfe Uelzen zusammengetrommelt worden seien.

„Flüchtlinge erhalten nach ihrer Ankunft auf dem Bahnhofsvorplatz Getränke und einen Snack“, sagt DRK-Sprecherin Meike Karolat. Der Zentrale Omnibus-Bahnhof und das Gelände am Edeka-Markt seien wegen des Schul- und Kundenverkehrs diesmal nicht zu nutzen. Die Stadt Uelzen weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Bahnhofsvorplatz für die Zeit des Einsatzes gesperrt ist. Die städtischen Linienbusse halten an der Zufahrt zum Bahnhofsgelände im Bereich der Ampel.

Der Einsatz der Uelzener DRK-Helfer wird der zweite binnen von 24 Stunden sein. Erst gestern waren Ehrenamtliche nach Breese im Landkreis Lüchow-Dannenberg gefahren, um dort in einer neu geschaffenen Erstaufnahme-Einrichtung Flüchtlinge zu untersuchen und gegebenenfalls auch zu behandeln.

Von Norman Reuter

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