Kein Kranz mehr für Farina

mr Uelzen. Der langjährige Uelzener Bürgermeister Johann Maria Farina soll künftig am Totensonntag nicht mehr mit einem Kranz auf seinem Grab geehrt werden. Der Erste Stadtrat Jürgen Markwardt bestätigte gestern der AZ, dass es in der Verwaltung entsprechende Überlegungen gibt. „Ich gehe fest davon aus, dass dies auch so kommt“, sagte Markwardt.

Nach einem Ratsbeschluss von 1967 gehört Farina neben anderen Bürgermeistern und Ehrenbürgern zu dem Personenkreis, der von der Stadt jeweils im November gewürdigt wird. Das „Bündnis gegen Rechts“, das im Zuge der Straßennamen-Diskussion entstanden ist, hatte jetzt gefordert, die Kranzniederlegung wegen Farinas Rolle während der NS-Zeit zurückzunehmen.

An der Praxis für die anderen verdienten Stadtbürger werde man indes nichts ändern, betonte Markwardt. Er widersprach zugleich einer weiteren Forderung des Bündnisses, Farinas Portrait im Rathaus abzuhängen. „Das ist keine Ehrung, sondern eine Chronik“, verwies der Erste Stadtrat darauf, dass sämtliche Stadtoberhäupter seit 1869 ihren Platz im Rathaus haben.

Das Bürgerbegehren für die Farinastraße hat unterdessen zu einigen Medienanfragen geführt, „aber nicht in dem Maße, wie ich es erwartet hatte“, sagte Stadtsprecherin Ute Krüger. Dies werde erst der Fall sein, wenn es zu einem Bürgerentscheid kommt, vermutet sie. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens können inzwischen rund 2500 der 2891 erforderlichen Unterzeichner vorweisen. Bis zum 20. März läuft dafür die Frist (AZ berichtete).

Markwardt kündigte an, dass sich das Rathaus bis dahin weiter neutral verhalten werde. Sollte es zu einer Abstimmung im Rahmen eines Bürgerentscheids kommen, werde man sich aber klar positionieren.

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