Hamburger Muckibude verbietet Mitgliedern ärmellose Shirts / Freie Kleiderwahl in Uelzen

Kein Dresscode in Fitness-Studios

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Jessica Brust und Muri Murado trainieren beide gerne in kurzer Sportbekleidung. Bisher hat sich noch niemand über ihre knappen Trainingsoutfits beschwert.

Uelzen. Jeder wünscht sich möglichst viel individuelle Freiheit, doch nicht überall wird sie auch gewünscht.

Nicht einmal 100 Kilometer entfernt, in Hamburg, untersagte ein Fitnessstudio seinen männlichen und weiblichen Mitgliedern jüngst das Tragen von ärmellosen Shirts – ein Verbot, das kontrovers diskutiert wird.

Mit Blick auf Uelzen wird aber deutlich: Hier ticken die Uhren noch anders. Sharif Mennerich, Mitinhaber des Injoy Fitnessklubs, sagt: „Bei uns sind sowohl Männer als auch Frauen mit schulterfreien Shirts willkommen.“ Laut eigener Aussage musste Sharif Mennerich noch nie ein Mitglied darauf ansprechen, dass es beim Training zu wenig oder die falsche Kleidung trägt. „Wozu Verbote, wenn alles funktioniert“, findet er.

Ähnlich sieht es auch Jens Kleemann, Besitzer des Studios Gym80. Seine einzige Regel lautet: „Sportsachen oben und unten müssen sein.“ Knappe Kleidung gibt es im Gym80 laut Kleemann sowieso kaum mehr. „Der Trend geht in den letzten Jahren zu längeren Hosen und Oberteilen“, sagt er. Schlimmer als Shirts ohne Ärmel findet der Betreiber Leute, die ohne Handtuch trainieren. „Da gehe ich sofort hin und reiche ihnen Eines von uns“, erklärt er. Schwieriger wird es auch, wenn Mitglieder in Jeans kommen, weil sie ihre Sporthose vergessen haben. „Das ist aus hygienischen Gründen nicht erlaubt“, stellt er klar.

Auch Dennis Hannemann, Trainer im Joyfitness, möchte seinen Mitgliedern nichts vorschreiben: „In unserer Branche geht es ums Aussehen und die Sportkleidung ist Ausdruck der individuellen Freiheit.“ Das sieht auch Jessica Brust so, die seit zwei Jahren im Studio trainiert. „Ich mache immer Sport in kurzen Sachen“, erklärt die 16-Jährige. „Wenn ich das hier nicht mehr dürfte, müsste ich mir ein anderes Studio suchen.“

Ab und zu muss Dennis Hannemann aber doch einschreiten. „Manchmal sind die Hosen zu eng oder ein Mann trägt ein weites Muscle-Shirt, bei dem die Brustwarze zu sehen ist“, erklärt er. Das Mitglied wird dann höflich gebeten, beim nächsten Mal etwas anderes anzuziehen. Nicht alle hätten dafür laut dem Trainer Verständnis. Mitglied Muri Murado schon: „Jeder soll sich wohl fühlen“, findet der 21-Jährige. „Aber zu freizügig finde ich nicht gut, weil das einfach vom Training ablenkt.“

Von Sandra Hackenberg

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