Kaum Freiwillige für die Pflege

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In der Notfallrettung werden Zivildienstleistende nicht mehr eingesetzt, bald auch nicht mehr im Krankentransport.

Uelzen - Von Diane Baatani. Die letzten Zivildienstleistenden haben ihren Dienst angetreten, spätestens am 31. Dezember ist Schluss. Auch in Uelzen haben viele Einrichtungen die Hilfe in Anspruch genommen. Dass mit der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes genug Anfragen kommen, um den Bedarf an Mitarbeitern zu stillen, bezweifelt der ursprünglich größte Arbeitgeber für Zivildienstleistende im Landkreis Uelzen, das Deutsche Rote Kreuz.

Die Veränderung „wird nachhaltig zu Problemen führen“, sagt Heinz Meierhoff, Geschäftsführer des Kreisverbands. So muss er die Stellen im Krankentransport durch hauptamtliche Mitarbeiter ersetzen. Zudem sorgt er sich um den Nachwuchs. Viele Mitarbeiter seien erst durch den Zivildienst darauf gekommen, beim DRK eine Ausbildung zu beginnen.

Die Zahl der Zivildienstleistenden im Rettungsdienst, Pflegedienst und als Hausmeister beim DRK ist schon über Jahre hinweg zurückgegangen. Mit zuletzt 15 Stellen wurde der Umfang seit den 90er Jahren halbiert. Für die Notfallrettung wurden die jungen Männer seit etwa acht Jahren nicht mehr eingesetzt, da sich die Weiterbildung für diese Aufgabe für sechs Monate nicht mehr gelohnt hat.

Auch im Pflegedienst bemerkt Meierhoff bereits einen hohen Rückgang an Nachfragen. Von fünf freien Plätzen werde im Mittelmaß nur einer besetzt, da das Interesse fehle. Freiwillige Anfragen könnten den Mangel nicht kompensieren, „das wäre ein Schmankerl oben drauf“, so Meierhoff.

Das Uelzener Klinikum hat seit vielen Jahren schon keine Zivildienstleistenden mehr beschäftigt, da häufig Probleme mit Disziplin und Qualifikation für die Arbeit auf den Stationen auftauchten. „Es gab zunehmend Schwierigkeiten, die Stellen zu besetzen, so dass wir gesagt haben, das ist falsch aufgewendete Mühe“, erklärt Personalleiter Reinhard Otte. Stattdessen sind im Klinikum zwölf Frauen und Männer im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) beschäftigt, zumeist Schulabgänger, die eine Ausbildung in der Krankenpflege anstreben, „naturgemäß 80 Prozent Frauen“.

Das Haus der Lebenshilfe wägt Pro und Contra für die Beantragung des FSJ und des Freiwilligendienstes ab. Voraussichtlich werde der Dienst besser bezahlt als das Soziale Jahr und deshalb interessanter für junge Menschen. Er würde aber einen höheren Verwaltungsaufwand bedeuten, wenn die Helfer nur sechs statt zwölf Monate bleiben, erklärt Öffentlichkeitsbeauftragte Dana Pawlofsky. Derzeit setzt die Lebenshilfe drei Zivildienstleistende und drei Helfer im FSJ ein.

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