Kartellamt prüft DB-Verkaufssystem: Metronom begrüßt Vorstoß

„Gut für freien Markt“

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Für das Aufstellen ihrer Fahrkartenautomaten im Uelzener Bahnhof zahlt das private Eisenbahnunternehmen Metronom Miete an die Deutsche Bahn als Eigentümerin des Gebäudes.

Uelzen. Drei Fahrkartenautomaten der privaten Eisenbahngesellschaft Metronom sind im Uelzener Bahnhof zu finden.

Dafür zahlt die Gesellschaft an die Deutsche Bahn (DB), die Eigentümerin des Gebäudes ist, Miete und war zudem auf das Wohlwollen des Unternehmens angewiesen, das die Automaten zu genehmigen hatte. Das Bundeskartellamt prüft nun, ob damit die Deutsche Bahn einen Fahrkartenverkauf von privaten Eisenbahngesellschaften in unzulässigerweise behindert (AZ berichtete).

Wenngleich Metronom ein Verkaufssystem habe aufbauen können, so begrüße die Uelzener Eisenbahngesellschaft doch den Vorstoß des Kartellamtes, erklärte gestern Björn Pamperin, Metronom-Pressesprecher, auf AZ-Nachfrage. Denn es gehe bei der Überprüfung unter anderem um die Fragen, ob private Eisenbahngesellschaften grundsätzlich auf die Zustimmung der Deutschen Bahn angewiesen sind und ob Mieten erhoben werden dürfen. Außerdem werde geklärt, ob bislang verlangte Provisionen an die Bahn rechtens seien.

Pamperin erläuterte, dass Metronom an die Deutsche Bahn eine Provision „in erheblicher Höhe“ zu zahlen habe, wenn ein Fahrgast am Automaten der Deutschen Bahn eine Karte kaufe und dann in einen Metronomzug steige. Ein Prozentsatz eines Kartenkaufpreises sei an das Unternehmen zu zahlen, was letztlich die Eisenbahngesellschaft finanziell belaste, so der Pressesprecher. Dieser Umstand sei es auch gewesen, der Metronom veranlasst habe, sein eigenes Automatennetz in Bahnhöfen aufzubauen – jedoch mit dem Nachteil der zu begleichenden Mieten. Pendler aus dem Landkreis nutzen täglich Metronomstrecken Richtung Norden und Süden. Pamperin: „Deshalb kann die Überprüfung des Kartellamtes zum Verkaufssystem der Bahn nur gut für den freien Markt sein.“

7000 Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn stehen bundesweit in Bahnhöfen, zudem unterhält das Unternehmen 400 Reisezentren.

Von Norman Reuter

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