Henning Gröfke: Grundschule in Molzen wird nicht geschlossen / Stadt zeichnet düsteres Zukunftsbild

Kampfansage des Bürgermeisters

Als bekannt wurde, dass die Schließung der Molzener Schule im Gespräch ist, demonstrierten Eltern vor dem Rathaus in Uelzen. So etwas soll nicht noch einmal nötig sein, findet Henning Gröfke. Foto: Reuter

Uelzen-Molzen. Der Satz klang wie eine Kampfansage. Und es war auch eine, wie Molzens Bürgermeister Henning Gröfke gestern im AZ-Gespräch bestätigte.

Während der jüngsten Sitzung des Ortsrates Molzen, Masendorf und Riestedt war die Zukunft der Molzener Grundschule Thema; Vertreter der Stadtverwaltung Uelzen und gut 50 Einwohner der drei Orte waren zur Sitzung gekommen. An sie alle gerichtet, sagte Henning Gröfke mit erhobener Stimme: „Nehmen Sie dies heute Abend mit nach Hause. Die Schule in Molzen wird nicht geschlossen. “.

Die Aussage fiel nicht ohne Grund: Auch wenn bei den Verhandlungen zwischen der Stadt Uelzen und dem Land Niedersachsen in Sachen Entschuldungshilfe eine mögliche Schließung der Bildungseinrichtung in Molzen keine Rolle mehr spielt (die AZ berichtete), so ist das Thema nicht gänzlich vom Tisch, wie bei der Ortsratssitzung in Molzen der erste Stadtrat Jürgen Markwardt deutlich machte. Die Herausforderungen für die Kommune blieben bestehen, meinte Markwardt. Als Erstes müsse in diesem Zusammenhang der demografische Wandel genannt werden. „Die Schülerzahlen werden sinken“, so der erste Stadtrat. Und zur Untermauerung der Aussage wurden die prognostizierten Schülerzahlen per Beamer an die Wand geworfen. Demnach werden im Schuljahr 2018/19 nach derzeitigem Stand noch 46 Schüler an der Bildungseinrichtung unterrichtet (siehe „Zahlen und Fakten“). Außerdem müsse berücksichtigt werden, dass auf das Land ein Lehrermangel zurolle, sagte Markwart. Somit stelle sich die Frage, wie letztlich noch ein qualitativer Unterricht abgehalten werden könne. Denn die These, je kleiner die Schule, desto besser der Unterricht, sei für ihn nicht schlüssig.

Dass über eine Schließung der Molzener Schule überhaupt nachgedacht werde, ist für die frühere Schulleiterin Hella Nottorf, die in Vertretung der jetzigen Leiterin Bärbel Brandt zur Sitzung gekommen war, nicht nachvollziehbar: „Wir haben mehr Anfragen von Eltern, die ihre Kinder in Molzen unterrichtet wissen wollten, als wir aufnehmen konnten“, sagte sie. Man habe dann Schüler abgewiesen, um nicht noch anbauen zu müssen. „Und dafür werden wir jetzt bestraft?“, fragte sie. Ein Argument, das Jürgen Markwardt so nicht gelten lassen wollte. Denn: „Die Anfragen kamen von Eltern aus anderen Schuleinzugsgebieten.“ Das heißt: Die Aufnahme von Kindern an der Molzener Schule ging zu Lasten anderer Grundschulen in der Stadt. „Unter dem Strich werden es nicht mehr Schüler“, so der erste Stadtrat. Punkt.

Henning Gröfke warf der Stadtverwaltung vor, die Diskussion zur Schließung nur wegen der Kosten geführt zu haben. „Es ging um das Geldsparen, nicht um Qualität“, so der Bürgermeister. Jetzt müsse bei dem zu erarbeitenden Schulentwicklungskonzept die Frage der Unterrichtsqualität im Vordergrund stehen. Gegenüber der AZ sprach sich Gröfke für eine Kommission aus, die das Schulkonzept erarbeitet, damit Molzen daran mitwirken könne. Nicht, dass die Verwaltung etwas ausarbeite und die Ortsräte würden nur am Rande gefragt, schilderte Gröfke seine Befürchtung.

Jürgen Markwardt erklärte auf AZ-Nachfrage, dass bislang noch nicht klar sei, wie das Konzept zustande komme. Man beschäftige sich derzeit noch mit dem Entschuldungsvertrag.

Von Norman Reuter

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