Der Kampf, der weiter geht

Aktion zum Internationalen Frauentag: Heute Film zu Gleichberechtigung im Central-Theater

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Szene aus dem Film „Suffragette“ mit Carey Mulligan als Maud. Der Begriff Suffragette entstand vor 100 Jahren in England. Er war abwertend gemeint und bezeichnete Frauen, die sich für ihre Rechte einsetzten.

Uelzen. Für Britta Hönig und das Team vom Frauenhaus ist heute kein Tag wie jeder andere. Auch nach 100 Jahren Frauenbewegung ist die Gleichberechtigung von Männern und Frauen kein Fakt, sondern ein Ziel, stellen sie anlässlich des heutigen Internationalen Frauentages fest.

Sie listen auf: Immer noch erfahren viele Frauen in Deutschland Gewalt in der Partnerschaft, werden Führungspositionen vorwiegend von Männern besetzt, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein Thema, das auf Kosten der Frauen ausgetragen wird und verdienen Frauen für die gleiche Arbeit 20 Prozent weniger als Männer. Dazu komme, dass Prostitution nach wie vor nicht verboten sei.

Insofern beklagt Hönig neben der physischen Gewalt auch die strukturelle. Also die Nachteile, die Frauen haben, weil sie Frauen sind. Sie denkt dabei insbesondere an alleinerziehende Frauen, die für einen (Wieder-)Einstieg in das Berufsleben aber auch in der Folge bei Weiterbildungen oder Tagungen die Betreuung der Kinder organisieren müssten. „90 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen. Und natürlich gibt es Hilfe, aber insgesamt ist diese Situation nach wie vor schwierig“, berichtet Hönig aus ihrem Arbeitsalltag von ungleichen Qualifizierungschancen und Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen – auch in Uelzen.

Hönig meint aber auch, in den vergangenen Jahren eine Stagnation, wenn nicht sogar einen Rückschritt zu beobachtet zu haben: „Gerade bei Rollenzuschreibungen waren wir schon mal weiter“, meint sie und verweist auf sich wieder stärker etablierende Klischees von rosanen Mädchen und mit Gewehren ballernden Jungen. Auch habe die Empörung über Themen wie Sexismus im Alltag und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz nachgelassen.

Hönig meint: „Jede Frau soll wählen können, wie sie lebt.“ Gemeinsam mit dem Team vom Frauenhaus wird sie sich weiter einsetzen – für wirkliche Gleichberechtigung und weniger Gewalt an Frauen. In Deutschland und der Welt.

Eine gemeinsame Aktion mit Renate Böhm vom Central-Theater soll heute dazu ein Beitrag leisten. „Suffragette“ ist ein aktueller Hollywood-Film, der von Frauen handelt, die vor 100 Jahren für ihr Wahlrecht stritten. „Der Film führt uns zurück in die Anfänge der Kämpfe um Frauenrechte, aber auch heute gibt es noch viel für uns zu tun“, schreibt das Frauenhaus vorab.

• Es gibt heute zwei „Suffragette“-Vorstellungen: Nachmittags ist ab 14 Uhr Einlass ins Central-Theater zum Klönen mit Kaffee und Kuchen, Filmbeginn: 15 Uhr.

Abends ist ab 19 Uhr Einlass zum Plaudern mit Prosecco, Filmbeginn 20 Uhr.

Von Steffen Kahl

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