Förderverein stemmt sich mit Kräften gegen drohendes Aus in Molzen

Kampf um jedes Schulkind

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An der Grundschule in Molzen müssen Ende der Ferien 13 Erstklässler eingeschult werden, sonst wird die Bildungseinrichtung geschlossen.

Uelzen-Molzen. Förderverein und Elternschaft stemmen sich auf den letzten Metern noch einmal mit Kräften gegen ein drohendes Aus der Grundschule Molzen.

Wenn nicht 13 Erstklässler Anfang August in der Bildungseinrichtung eingeschult werden, wird, wie berichtet, die Schule auf Dauer nicht erhalten bleiben. So sieht es ein Stadtratsbeschluss vor. In einer Anzeige warb der Förderverein nun noch einmal für die Bildungseinrichtung, stellte Vorzüge der kleinen Schule in Uelzens Ortsteil heraus. Bereits im Frühjahr waren Flyer mit solchen Informationen verteilt worden. Überschrieben waren sie mit dem markigen Slogan: „Die Schule brennt“.

Durch das Engagement des Vereins konnten bereits zusätzliche Erstklässler für die Grundschule Molzen gewonnen werden, erklärt die ehemalige Schulleiterin und Vorsitzende des Fördervereins, Hella Nottdorf. Ob es aber reichen wird, um den Grundschulbetrieb vorerst zu sichern, ist noch unklar. Es gibt unterschiedliche Angaben zu den angemeldeten Kindern. Der Stadt waren vor dem Beginn der Sommerferien acht Anmeldungen von Erstklässlern bekannt, Hella Nottdorf spricht von zehn sowie „von Familien, mit denen wir im Gespräch sind“. Erst am Tag der Einschulung zum Start des neuen Schuljahres, erklärt die Stadt, werde feststehen, ob die nötige Zahl an Erstklässlern erreicht worden sei.

Bei Nichterreichen wird die Verwaltung „nach einer Beteiligung der städtischen Gremien über eine notwendige Veränderung des Schulbezirks der Grundschule Molzen die Aufhebung der Schule bei der Landesschulbehörde beantragen“.

Eingeschult werde der neue Jahrgang 2016/17 aber in jedem Fall, betont Hella Nottdorf, die an ein Aus der Schule noch nicht glauben will. „Wir kämpfen bis zur Einschulung um jedes einzelne Schulkind“, sagt sie der AZ.

Nicht nur in Molzen ist ein möglicher Fortbestand der Grundschule gefährdet. In Niedersachsen werden Ende Juli zwölf Grundschulen in Dörfern geschlossen, sechs weiteren droht das Aus. Dabei hilft die Einschulung von Flüchtlingskindern kaum, um Schließungen der Bildungseinrichtungen abzuwenden, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Laut dpa wurden in Uelzen bisher 90 Schüler aus Flüchtlingsfamilien an Grundschulen aufgenommen, allerdings keine im Einzugsbereich der Grundschule Molzen.

Von Norman Reuter

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