Klinikum Uelzen hat Hygiene-Richtlinien umgesetzt

Kampf gegen Keime durch Desinfektion

Saubere Hände zur Prävention: Hygienefachkraft Dörte Schidlowski und Dr. Ivo Landré gehören zur Hygiene-Kommission des Klinikums Uelzen. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Seit April ist in Deutschland die neue Hygiene-Verordnung in Kraft. Sie schreibt Krankenhäusern unter anderem die Einrichtung einer Kommission vor, die speziell den Kampf gegen Keime aufnimmt.

Für das Klinikum Uelzen ist das nichts Neues, sagt Geschäftsführer Franz Caesar. Alle wichtigen Punkte seien bereits im Hause etabliert. Die in der neuen Verordnung geforderte Hygiene-Kommission besteht im Klinikum seit mehr als zehn Jahren.

„Wir begrüßen das neue Gesetz, weil dadurch die Hygiene einen neuen Stellenwert bekommt“, betont der hygienebeauftragte Arzt und Mitglied der Kommission im Klinikum, Dr. Ivo Landré, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Wir haben die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts schon immer aktuell umgesetzt.“ Seiner Ansicht nach ist ein Vorteil des in Kraft getretenen Gesetzes, dass es sich ebenso an Rehabilitationseinrichtungen richtet. In der Vergangenheit seien Patienten, die mit antibiotikaresistenten Keimen infiziert waren, Rehabilitationsmaßnahmen verweigert worden. Nun würden Konzepte verlangt, beispielsweise welche Bäder die infizierten Patienten nutzen dürften.

Im Herbst vergangenen Jahres hatten sich Beschwerden über den Hygiene-Zustand im Klinikum gehäuft (AZ berichtete). Mehrere Patienten hatten dem Krankenhaus vorgeworfen, sich dort mit dem antibiotikaresistenten lebensgefährlichen Krankenhaus-Keim MRSA infiziert zu haben und deshalb nun ihr Leben lang auf den Rollstuhl angewiesen zu sein. Nach Angaben des Klinikums werden jedoch Risikopatienten, etwa geschwächte und chronisch Kranke, Senioren aus Pflegeheimen sowie Patienten, die in der Landwirtschaft tätig sind, vorsichtshalber auf Infektionen untersucht. Wenn eine Not-Operation für jemanden aus einer Risiko-Gruppe angesetzt ist, verhalten sich die Mitarbeiter vorsichtshalber so, als ob der Patient infiziert sei: Das Personal wechselt die Kleidung und nach der OP wird eine Endreinigung durchgeführt.

„Fälle von Keimen gibt es und wird es immer geben, weil viele Faktoren eine Rolle spielen“, stellt Landré klar. Mit diversen Maßnahmen versuchen sie jedoch, die Keimgefahr zu senken. So beteiligt sich das Klinikum an der Aktion „Saubere Hände“, die den erhöhten Verbrauch von Desinfektionsmitteln als hohe Hygiene-Qualität wertet. Seit dem Herbst steht zusätzlich im Eingangsbereich ein Spender zur Desinfektion der Hände.

Zudem wurde im Herbst ein runder Tisch einberufen, an dem auch das Gesundheitsamt beteiligt war. Eines der Ergebnisse sei, dass über das Thema noch mehr aufgeklärt werden müsse, auch bei niedergelassenen Ärzten.

Ohnehin gebe es im Klinikum mehrmals pro Jahr Fortbildungen, auch innerhalb des gesamten Rhön-Konzerns, und Hygiene-Experten führen regelmäßig Visiten auf der Intensivstation durch. Jeder Mitarbeiter des Krankenhauses sei zudem verpflichtet, einmal pro Jahr sein Wissen im Bereich Hygiene bei einer Fortbildung aufzufrischen, erklärt auch Hygienefachkraft Dörte Schidlowski.

Von Diane Baatani

Kommentare