Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes auf dem Herzogenplatz

Kampf für bessere Löhne

Fordert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Matthias Hoffmann, ver.di-Bezirksgeschäftsführer. Foto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis. „Wir kämpfen für bessere Löhne“ – Matthias Hoffmann, Bezirksgeschäftsführer der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver. di) erntete mit dieser Aussage Applaus bei den rund 250 Zuhörern auf dem Uelzener Herzogenplatz.

„Wir sind es wert“, lautete die gemeinsame Botschaft der über 2 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst in der Tarifrunde für Bund und Kommunen.

Gestreikt wird aktuell auch in Uelzen; beispielsweise bei der Telekom. Bianca Kaffka, ver.di-Vertrauensfrau bei der Telekom wartet ab, ob der Arbeitgeber Bereitschaft signalisiert. „Solange es keine Gespräche gibt, wird gestreikt“, verkündet sie. Auch bei der IG Metall geht es wie bei der Telekom um 6,5 Prozent mehr Lohn. Olaf Perau und Erwin Albrecht von der IG Metall kündigen deshalb einen Warnstreik an. Morgen um 9.30 Uhr wird für eine Viertelstunde die Arbeit niedergelegt. „Wir rechnen nicht damit, dass es zu einem Streik kommt“, vermuten die beiden allerdings.

Mehr Geld für Beschäftigte und unbefristete Übernahme für Auszubildene fordert Hoffmann. In Deutschland sind derzeit 41 Millionen Menschen erwerbstätig, aber fast 3 Millionen sind arbeitslos. „Immer häufiger gibt es befristete Jobs“, kritisiert der ver.di-Bezirksgeschäftsführer. Menschen bräuchten Sicherheit – gerade für die Familienplanung. Deshalb fordert er die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das Elterngeld ist für ihn dabei nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“ und das Betreuungsgeld bewertet er als „Schwachsinn“. Für die fast 5 Millionen Menschen, die in einem Minijob arbeiten, fordert Hoffmann den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro. Schließlich bringt der gesetzliche Mindestlohn auch mehr Geld für die Sozialkasse und mehr Steuereinnahmen und schaffe ein Fundament für eine Politik gegen die Krise. Hoffmann: „Im letzten Jahr ist die deutsche Wirtschaft um drei Prozent gewachsen. Es geht wieder aufwärts.“ Hoffmann malt für die Zukunft ein Bild von einer Klassengesellschaft: Ein Zehntel der menschen in Deutschland besitzt 60 Prozent des Vermögens, die Hälfte hat gar kein Vermögen. „Fast in allen Ländern in Europa tragen die schwachen Schultern immer mehr Lasten und die starken immer weniger.“

Von Jörn Nolting

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