Gebäudemanager verteidigen Nutzungsmodell im Alten Rathaus

18 Kaffeesorten im Samocca

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"Keine Verwaltung als Kette am Bein": Manfred Knaak und MAnfred Schrodt sichern und optimieren den Gebäude- und Flächenbrand, führen Investitionnen durch und bauen kontinuierlich den Unterhaltungsstau ab.

Uelzen. Seitdem sich die Stadt dazu entschlossen hat, im Alten Rathaus die Kreisvolkshochschule (KVHS) und ein von der Lebenshilfe betriebenes Café unterzubringen, gibt es Kritik an dieser Entscheidung.

Die Kritiker betonen immer wieder, dass an dieser exponierten Stelle eher ein Brauhaus oder zumindestens eine Gastronomie mit Altstadtcharakter hätten einziehen müssen. Einwände, die Manfred Knaak und Manfred Schrodt vehement zurückweisen. Die beiden Vorstände des Gebäudemanagements Uelzen/Lüchow-Dannenberg, das bei der Sanierung der städtischen Immobilie federführend ist, halten die getroffene Entscheidung für „genau richtig“. Knaak: „Die Lebenshilfe betreibt in Quedlinburg in einem ähnlich historischen Gebäude als Franchiseprojekt äußerst erfolgreich das Samocca, eine Kaffeerösterei mit Café. Dieses Modell werden wir auch in Uelzen anwenden. “ Knaak und Schrodt haben sich in Quedlinburg direkt vor Ort einen Eindruck des Samoccas verschafft. Ihr Urteil: „Tolles Ambiente, super Resonanz von den Gästen – das Café mit seinen 18 Kaffeesorten läuft hervorragend. “.

Sobald die Sanierungsarbeiten am Alten Rathaus abgeschlossen sind, sollen zum Frühjahr des kommenden Jahres Lebenshilfe und KVHS das Gebäude wieder mit Leben füllen. „Die Servicekräfte für das Samocca werden von der Lebenshilfe ein halbes Jahr gezielt geschult. Café und KVHS – das passt gut zusammen. Ich bin optimistisch, dass dort beispielsweise auch gemeinsam veranstaltete Sonntagsmatinees und Ausstellungen angeboten werden.“

Während die künftige Nutzung des Alten Rathauses im Herzen der Innenstadt langsam konkrete Formen annimmt, steht das Zukunftsmodell für die Stadthalle noch auf tönernen Füßen. Fakt ist: Der Vertrag zwischen der Stadt als 100-prozentigem Gesellschafter der Stadthalle und dem jetzigen Betreiber läuft Ende des kommenden Jahres aus. Am Gebäude selbst, das nach Expertenmeinung den Charme der 70er Jahre verströmt, besteht dringender Sanierungsbedarf. Eine Komplettsanierung dürfte allerdings mehrere Millionen Euro kosten. Um der Politik diverse Nutzungsmodelle vorzustellen, wird Gebäudemanager Knaak den Fraktionen vier verschiedene Varianten präsentieren. Los geht es morgen Abend – dann ist Knaak bei der CDU zu Gast.

In welche Richtung die Nutzung geht, wollte der Gebäudemanager noch nicht verraten. Nur soviel: „Dem Aufsichtsrat der Stadthalle habe ich bereits Vorschläge unterbreitet – die sind dort ganz gut angekommen.“ Was das Gebäudemanagement, das in den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg insgesamt 173 Immobilien bewirtschaftet, ansonsten noch im Aufgabenportfolio hat, lesen Sie in der gedruckten Ausgabe oder in unserem E-Paper.

Von Andreas Becker

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