Landkreis bittet Jäger um Aufmerksamkeit: Tiere an Pasteurellose erkrankt

Kälber und Frischling verendet

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Sämtliches Schalenwild kann es treffen: Zu den Syptomen bei Pasteurellose zählen unter anderem Fieber, Mattigkeit, erhöhte Atemfrequenz, Verdauungsstörungen, Durchfall, Nasen- und Augenausfluss.

Uelzen/Landkreis. Die Jägerschaft ist zu erhöhter Aufmerksamkeit angehalten. Der Grund: Im Landkreis Uelzen sind Tiere an Pasteurellose erkrankt. Mehrere Kälber verendeten in einem rinderhaltendem Betrieb zwischen Mitte September und Mitte Oktober.

Ebenso ein 15 Kilogramm schwerer Frischling. Darüber informiert Martin Theine, Pressesprecher des Landkreises, auf AZ-Nachfrage.

Pasteurellose ist äußerst ansteckend. Sämtliches Schalenwild – dazu zählen Hornträger, Geweihträger und Schwarzwild – ist empfänglich für diese Erkrankung. Und: „Über Infektionen beim Menschen wird im Zusammenhang mit Wundinfektionen berichtet“, erklärt Theine. Insofern komme hygienischen Maßnahmen eine überragende Bedeutung zu. Das Tragen von Einmalhandschuhen beim Aufbrechen von Wild wird dringend empfohlen. Jäger, die zugleich Rinderhalter sind, sollten insbesondere nach Kontakt mit entsprechend verdächtigem beziehungsweise erkranktem Wild Stallungen nicht unmittelbar betreten. Und Aufbruchplätze sollten nach Möglichkeit direkt anschließend dekontaminiert werden.

Zum Krankheitsbild: Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Tagen treten Symptome einer akuten Infektionskrankheit auf. Dazu zählen Fieber, Mattigkeit, erhöhte Atemfrequenz, Verdauungsstörungen, Durchfall (zum Teil blutig), Nasen- und Augenausfluss.

Bei der akuten Form stehen ödematöse Veränderungen im Vordergrund. Als Folge der Schwellungen im Rachenbereich treten erschwertes Abschlucken, Atemnot und eine Zyanose der Zunge auf. Betroffene Tiere verenden durch Ersticken oder infolge einer Darmentzündung.

Die Kreisjägerschaft, das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Uelzen, das Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) sowie das Niedersächsische Landwirtschaftsministerum sind über das Vorkommen, das nicht nur im Landkreis Uelzen, sondern auch im Nachbarlandkreis Lüchow-Dannenberg beobachtet wurde, informiert.

Erforderliche Maßnahmen seien eingeleitet, so Kreissprecher Martin Theine. Die Pasteurellose ist in Deutschland weder melde- noch anzeigepflichtig. Eine amtliche Bekämpfung erfolgt derzeit nicht.

Bei deutlichen Hinweisen auf das Vorliegen einer Pasteurellose sollten Proben der veränderten Organe genommen und zum Veterinäramt gebracht werden.

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