Ein Konzept soll Kreise ziehen: Ilmenaustadt stellt Ideen von Karsten Alt für Herzogenplatz vor

Junge Wilde planen Uelzens Piazza

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Wenn das Wasser bis zum Herzogenplatz reicht: Das Herzstück der Stadt soll zum Verweilen einladen. Dazu entwarf Karsten Alt Ideen mit einem Ilmenaubecken, Terrassen und einem Veranstaltungshaus.

Uelzen. Kinder tummeln sich an den Wasserspielen, Pärchen haben sich auf den neuen Terrassenstufen niedergelassen – ihr Blick geht in Richtung Wasser. Die Ilmenau fließt nicht mehr nur durch die Innenstadt. Ein geschaffenes Becken reicht bis an den Herzogenplatz heran.

Rasenflächen am Wasser, Café und Bistro in einem neu gebauten Haus laden zum Verweilen ein. Es ist die Vision einer Uelzener Innenstadt, wie sie sich Einwohnern und Besuchern in einigen Jahren präsentieren könnte. Herzstück wäre der Herzogenplatz in Form einer südeuropäischen Piazza.

Geschaffen wurde diese Vision von Karsten Alt. Er arbeitete über Jahre für das international bekannte Architektenbüro Albert Speer & Partner. Aktuell ist er in China tätig, dort ist er für Aufgaben der Stadtplanung verantwortlich. Seine Wurzeln hat Alt im Landkreis Uelzen. Er wuchs in Wrestedt auf, und aus der Verbundenheit zur Region konzipierte er für den Verein „Ilmenaustadt Uelzen“ einen neuen Herzogenplatz. Am Donnerstagabend wurde der Öffentlichkeit erstmals der Entwurf vorgestellt. Rund 130 Besucher hatten auf Einladung der Ilmenaustadt den Weg in das Hotel „Deutsche Eiche“ in Veerßen gefunden – darunter die Spitze der Stadtverwaltung, Stadträte sowie Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Vereinen.

Vor zweieinhalb Jahren haben sich die „jungen Wilden“, wie sich die Initiatoren der Ilmenaustadt am Donnerstag nannten, zusammengefunden. Es sind Männer und Frauen, die wieder nach Uelzen zurückgekehrt oder sich für die Uhlenköperstadt als Lebensmittelpunkt entschieden haben – sie alle eint der Wunsch, die Stadt voranzubringen und dabei setzen sie auf die Hilfe von möglichst vielen Einwohnern. Aus der Initiative wurde mittlerweile ein Verein. 43 Mitglieder und 450 Unterstützer zählt er.

Uelzen soll nicht ausbluten, sondern wachsen, umriss der Vorsitzende der Ilmenaustadt, Henning Tiedge, das Ziel des Vereins. Dafür müssten die Potenziale der Stadt wie die Ilmenau und die Lage zwischen Hamburg und Hannover stärker genutzt werden, wofür es einer systematischen Stadtentwicklung bedürfe. Angestoßen soll diese durch einen „Impuls“ werden – ein Impuls wie eben jene Umgestaltung des Herzogenplatzes, bei der die erste Idee des Vereins eines Ilmenausees (AZ berichtete) in Form des Ilmenaubeckens berücksichtigt wird. Laut einer von der Ilmenaustadt in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie, so erläuterte Stefan Thieme, sei dieses Heranführen von Wasser an den Herzogenplatz auch mit dem besonderen Schutz der Bulleninsel vereinbar. Die Idee des Impulses für die Stadt werde im Konzept aufgegriffen – aus einem Wassertropfen wird eine Welle, dargestellt in gepflasterten Ringen.

Über eine Realisierung entscheiden müsse der Stadtrat, erklärte Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull. Für die Verwaltung könne er sagen, dass diese hinter den Vorschlägen stünde. „Bei der derzeitigen Haushaltslage dürfe es die Stadt aber nicht viel kosten“, so Scheele-Krogull. Viel erreicht werden könne, wenn auf das Wissen und das Engagement von Uelzenern zurückgegriffen werde, sagte Stefan Thieme. Das beste Beispiel sei das Konzept von Karsten Alt, das sicher 50 000 bis 60 000 Euro gekostet hätte, wenn es in Auftrag gegeben worden wäre. Gekostet habe es die Stadt nun nichts.

Von Norman Reuter

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