Großwetterlage bescherte Sommerlaune / August warm, aber wohl nicht ganz so drückend

Juli brachte 300 Sonnenstunden

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Einen Bilderbuch-Sommer erleben die Menschen in Stadt und Kreis Uelzen derzeit.

Uelzen/Landkreis. Drückend schwüle Höchsttemperaturen um 29 Grad lassen uns heute ganz massiv schwitzen.

Diese extrem energiegeladene Luft hat ein erhebliches Unwetterpotenzial, das sich ab heute Mittag in gebietsweise unwetterartigen und blitzreichen Gewittern mit Hagel und orkanartigen Windböen entladen wird. Wo es genau am heftigsten wird, lässt sich erst kurzfristig sagen.

Hinter der nach Polen abziehenden Unwetterfront lockert der Hochsommer ab morgen dann nachhaltig seinen Griff. Gemäßigte Atlantikluft und ein nachrückender Keil des Azorenhochs boxen den Hitzeblock immer weiter nach Osteuropa zurück. Zum Wochenende lädt meist freundliches und angenehm warmes Sommerwetter mit Tageswerten um 25 Grad und nächtlichen 13 bis 14 Grad zu allerlei Freizeitaktivitäten ein.

Nach derzeitigem Stand deutet sich auch für die neue Woche eine Fortdauer des Hochdruckeinflusses an. Tiefausläufer mit ihren Wolken-, Regen- und Windbändern könnten hin und wieder auch mit von der Partie sein. Ob sich daraus eine längere wechselhafte und kühle Witterungsphase entwickelt, muss noch abgewartet werden.

Welche Temperaturen in der zweiten Augusthälfte noch möglich sind, zeigte das vergangene Jahr, als am 19. August bei Höchstwerten um 35 Grad die Tages- und Dekaden-Temperaturrekorde im nordöstlichen Niedersachsen nur so purzelten. Schön zu wissen: Über 30 Grad sind bis weit in den September hinein noch möglich.

Das war endlich mal wieder ein schöner Juli! Den letzten dieser Art gab es in unserer Region vor drei Jahren, allerdings war er noch ein gutes Stück wärmer, brachte ähnlich wenig Regen, aber nicht ganz so viel Sonne wie diesmal. Mit rund 300 Stunden stieg der vergangene Juli in den Club der fünf sonnenscheinreichsten der Nachkriegszeit auf. Ursache war eine gut zwei Wochen andauernde Großwetterlage mit einem sehr stabilen und umfangreichen Hoch über den Britischen Inseln und der Nordsee, das bis in große Höhen reichte. Dadurch wurden die atlantischen Westwinde wochenlang blockiert.

Die in dem Hochdruckgebiet großräumig absinkenden Luftmassen führten zu Wolkenauflösung und brachten uns Sommerwetter vom Feinsten. Am Ostrand des Hochs wehten von der Nordsee und Skandinavien relativ kühle Winde zu uns, die die Tagestemperaturen in den ersten beiden Juli-Dekaden kaum über 25 Grad steigen ließen und uns damit ideales Freizeit- und Urlaubswetter bescherten. Die teilweise unter zehn Grad frischen Nächte sorgten zudem für einen erholsamen Schlaf.

Zum letzten Juli-Drittel stellte sich die Großwetterlage komplett um. Anstelle des Englandhochs machte sich westlich von Irland ein umfangreiches Tiefdruckgebiet breit. Auf seiner Vorderseite erreichte mit südlicher Strömung schweißtreibende Saharaluft auch Norddeutschland, die die Temperaturen zwischen Aller und Elbe an vier (Uelzen) bis sieben Tagen (Lüchow) über die 30 Grad-Marke trieb und die Nächte deutlich lauer, aber auch schwüler machten als bisher. Gewitterfronten aus Südwesten brachten kurze Abkühlungen mit örtlich unwetterartigem Starkregen, Sturmböen und Hagel. Von extrem großen Hagelgeschossen (Durchmesser fünf bis acht, vereinzelt bis zehn Zentimeter), wie sie im Raum Hannover/Wolfburg am Sonnabend, 27. Juli, vom Himmel prasselten und Millionenschäden anrichteten, blieb der Kreis Uelzen verschont.

Von Reinhard Zakrzewski

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