Ab 5. Juli autofrei

Veerßer Straße: Stadt bereitet Fußgängerzone vor / Handelsverein skeptisch.

Uelzen - Von Marc Rath. Unmittelbar nach dem knappen Ratsbeschluss hat die Bauverwaltung im Rathaus gestern mit den ersten Vorbereitungen für die Schaffung einer Fußgängerzone in der Veerßer Straße begonnen. „Am 5. Juli werden wir direkt nach dem Stadtfest alle Maßnahmen einleiten“, erklärte Baudezernent Karsten Scheele-Krogull.

So werden dann Schilder und Poller entfernt und neue Parkplätze geschaffen –im Abschnitt Ring- bis Turmstraße herrscht künftig Einbahnverkehr Richtung Fußgängerzone, daher soll auf der linken Seite das Längsparken ermöglicht werden.

Neben der neuen Verkehrsregelung sollen in der zunächst auf zwölf Monate angelegten Testphase im Bereich zwischen Altem Rathaus und Turmstraße zusätzliche Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Rund ein Dutzend geeignete Plätze seien ermittelt worden, so Scheele-Krogull. Derzeit verfügt die Stadt über fünf überzählige Bänke.

Zur Steigerung der Attraktivität sollen während der Testphase auf der ursprünglichen Fahrbahnfläche Anlieger-Geschäfte Stände und zusätzliche Sitzflächen gebührenfrei aufstellen können. Ausgenommen von dieser Regelung sind die beiden Markttage. Bürgermeister Otto Lukat (SPD) kündigte gestern an, dass diese Möglichkeit auch nichtgewerblichen Anbietern eingeräumt werden soll.

Die zwölfmonatige Probephase soll die Arbeitsgruppe „Attraktivere Innenstadt“ intensiv begleiten und auswerten. Ursprünglich wolle die Verwaltung bereits im Frühjahr mit den auf rund 200 000 Euro veranschlagten Umbaumaßnahmen für die Fußgängerzone starten. Die Anträge für eine 75-prozentige EU-Förderung werde das Rathaus im Herbst wie geplant stellen, kündigte Scheele-Krogull an. Eine Umsetzung soll es jedoch erst bei einer positiven Auswertung der Probephase geben. „Wir bereiten aber alles vor, damit wir dann durchstarten können“, betonte der Dezernent.

Mit Erstaunen und Skepsis registriert Handelsvereins-Vorsitzender Uwe Schwenke den kurzfristigen Schwenk der SPD/FDP-Gruppe: „In der Arbeitsgruppe wollte eigentlich niemand das, was jetzt dabei herausgekommen ist. Ich kann nur hoffen, dass diejenigen, die sich da jetzt durchgesetzt haben, Recht behalten und dieser Versuch nicht in die Hose geht.“ Dann müsse die Politik auch die Verantwortung über verlorene Arbeitsplätze übernehmen.

Die Sondernutzungsmöglichkeiten könnten für einzelne Gastronomen interessant sein, dem Einzelhandel helfe dies nicht weiter, unterstrich Schwenke. Seine Bedenken sieht er nicht aufgenommen. „Mir geht es nicht um ein neues Alleinstellungsmerkmal, wie Herr Munstermann betont. Was wir für eine Fußgängerzone brauchen, ist ein Magnetbetrieb.“ Schwenke kündigte aber an, dass er sich in der Arbeitsgruppe weiter engagieren werde.

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