Schiene, Straße, Kanal: Wie der „Trimodale Ausbau“ die Region Uelzen zu einer Drehscheibe machen soll

Jubel und Streit um den Verkehr

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Am Veerßer Bogen wird eine Schiene neu gelegt (schwarz-weiße Linie), außerdem gab es Versionen, wie der landwirtschaftliche Verkehr an die B 71 angegliedert werden kann – auch ein Kreisverkehr beim Ortsausgang war ein Modell.

Uelzen/Landkreis. Den „Trimodalen Ausbau“ des Verkehrs in der Region Uelzen beschwören Politiker und Wirtschaftler derzeit bei jedem zweiten Termin, bei dem es nur ansatzweise um Verkehr und Güter geht.

„Trimodal“ soll heißen, dass Güter nicht nur auf der Straße per Lkw transportiert werden, sondern auch auf der Schiene und per Schiff.

Der Landkreis stand im Jahr 2012 in diesen drei Punkten im Vordergrund vieler Planer. Uelzen ist zwar im Vergleich zu anderen Standorten industriell „nur“ ein kleiner Fisch, aber Uelzen kann zwischen den Räumen Hannover, Wolfsburg-Braunschweig und Hamburg zu einem guten Durchgangsstandort werden, meinen Politiker.

Dafür sind Knoten zu zerschlagen. Das fängt bei der Schleuse Lüneburg, gelegen beim Ort Scharnebeck, an. Hier mündet der Elbe-Seitenkanal (ESK) in die Elbe. Und hier endet der für große Pötte realistisch schiffbare Teil der Elbe. Die Containermengen, die ab Hamburg weiter ins Landesinnere gebracht werden müssen, müssen über den ESK. Was bei Scharnebeck nicht durch das Schiffshebewerk passt, muss auf die Schiene oder auf die Straße. Und Scharnebeck ist ein Nadelöhr: Der Trog des Schiffshebewerkes ist 100 Meter lang. „Alles, was länger ist als 100 Meter, passt da nicht durch“, sagt Arno Liebrecht, stellvertretender Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Uelzen. Moderne Großmotorgüterschiffe (GMS) bringen es aber auf eine Länge von 110 Metern. Das ist ein Standard, der sich bei Schiffsbauern eingeschliffen habe, sagt Liebrecht. Reeder, die diese GMS auf dem ESK benutzen wollen, müssten einen Teil ihrer Schiffe absägen, damit sie durch das Schiffshebewerk bei Scharnebeck passen.

Von Kai Hasse

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