Im Bundesvergleich liegt Uelzen damit im hinteren Mittelfeld – vier Prozent ohne Schulabschluss

Jeder Vierte macht hier Abitur

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Uelzen/Landkreis. Den einen kann der Abschluss nicht hoch genug sein – andere haben gar keinen. Von den Schulabgängern im Sommer 2014 hatten im Kreis Uelzen rund 25,3 Prozent das Abitur in der Tasche, 4,0 Prozent blieben ohne jeglichen Abschluss.

In der „Bundesliga“ der Abiturienten liegt der Kreis Uelzen damit auf Platz 291 unter 403 im Regionalatlas ausgewerteten Städten, Kreisen und Stadtstaaten. Bei den Jugendlichen ohne Abschluss ist es Platz 302, wobei da der letzte Platz der Beste ist, denn das ist der mit der niedrigsten Quote und gehört mit 1,1 Prozent der bayerischen Stadt Ansbach.

Sie kommen aus Förder- und Hauptschulen und gelten als Bildungsverlierer – Jugendliche ohne Abschluss. In manchen Regionen ist ihre Zahl erschreckend hoch.

In den neuen Bundesländern ist im Schnitt jeder zehnte Schüler betroffen, geht aus den Zahlen der Statistischen Landesämter hervor. Im Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt sogar mehr als jeder siebte (14,4 Prozent). Das ist bundesweit unter den Städten und Kreisen zugleich der unrühmliche Spitzenplatz.

In ganz Niedersachsen beendeten 4,9 Prozent junge Menschen die Schulzeit, ohne einen Hauptschulabschluss in der Tasche zu haben. Das ist eine etwas geringere Quote als im Vorjahr mit damals 5,1 Prozent.

Deutschlandweit ist der Anteil der Abschlusslosen erstmals seit Jahren wieder leicht gestiegen: und zwar zuletzt von 5,2 auf runde 5,5 Prozent.

Etwa gut die Hälfte der Schulabgänger ohne Abschluss besuchte zuvor eine Förderschule, viele von ihnen eine mit dem Schwerpunkten Lernen oder Geistige Entwicklung, die meist gar keinen Hauptschulabschluss anstreben konnten.

Im Kreis Uelzen entwickelten sich die brisanten Zahlen folgendermaßen: 2006 blieben 9,3 Prozent ohne Abschluss, 2009 waren es 6,5 und aktuell sind es 4,0 Prozent. Während die einen damit denkbar ungünstige Voraussetzungen für den Start ins Berufsleben haben, steht den Abiturienten – zumindest auf dem Papier– alle Welt offen. Und immer mehr wollen diesen Abschluss erreichen: Lässt man die überhöhte Quote der doppelten Abiturjahrgänge (G8/G9) außen vor, machten im Sommer 2014 im Kreis Uelzen rund 25,3 Prozent der Schüler Abitur, etwas weniger als im Vorjahr mit damals 25,8 Prozent. Demgegenüber erreichten hier im Jahr 2006 rund 18,0 Prozent aller Schulabgänger den begehrten Abschluss.

Deutschlandweit hatte im Jahr 2006 jeder vierte Schulabgänger das Abitur in der Tasche, im Jahr 2014 traf das auf jeden Dritten zu, sagt der Regionalatlas. Dessen Zweck ist es, die lokalen Gegebenheiten vergleichbar zu machen. Und dafür sind im Moment noch die 2014er-Zahlen ausschlaggebend, weil nicht alle Statistischen Landesämter schon 1+1 für 2015 zusammengezählt haben.

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