Jeder künftige Schüler zählt

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Kreis Uelzen ermittelt zurzeit Daten für geplante Einführung der Oberschule.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Heute wird der Gesetzentwurf zur Einrichtung von Oberschulen im Kultusausschuss der Landes beraten. Doch in der Uelzener Kreisverwaltung laufen die Vorbereitungen auf die geplante neue Schulform in Niedersachsen bereits auf Hochtouren. Das Schul- und Kulturamt hat begonnen, die aktuellen Einwohnerzahlen aus dem Geburtszeitraum 1. August 2004 bis 30. September 2010 zu ermitteln. „Dadurch soll festgestellt werden, wie viele Kinder in den nächsten sechs Jahren voraussichtlich eingeschult werden“, erklärt Schuldezernent Lothar Heinisch.

Für die Umwandlung von Haupt-, Real- oder Gesamtschulen in Oberschulen müssen nach dem bisherigen Gesetzentwurf bestimmte Mindestzahlen pro Jahrgang erreicht werden: Bei Oberschulen ohne gymnasialen Zweig sind mindestens 48 Schüler erforderlich, bei angegliedertem Gymnasialzweig müssen es wenigstens 75 Schüler sein. Ganz wichtig: Diese Zahlen müssen für einen Zeitraum von zehn Jahren sichergestellt werden.

„Es zeichnet sich aber ab, dass die bislang vorgesehene Jahrgangsgröße nicht in allen Schulen, die sich in unserer Trägerschaft befinden, erreicht wird“, sagt Kreisschulamtsleiterin Kerstin Hagelstein. „Doch selbst wenn die jetzt zu ermittelnden Mindestzahlen erreicht beziehungsweise überschritten würden, ermöglicht dies nicht automatisch die Umwandlung in eine Oberschule.“ Vermutlich sei anschließend eine Elternbefragung erforderlich, aus der hervorgehe, wie viele Kinder nach der vierten Klasse ein Gymnasium oder eine Oberschule besuchen werden. Das müsse bei den jetzt zu ermittelnden Gesamtzahlen berücksichtigt werden. Vor allem aber muss vor der Errichtung einer Oberschule mit gymnasialem Zweig die Zustimmung der Stadt Uelzen eingeholt werden. Doch ob diese dafür grünes Licht gibt, ist fraglich.

Unterdessen hat das Schul- und Kulturamt die sieben in Frage kommenden Schulen in der Trägerschaft des Kreises gefragt, ob sie die Errichtung einer Oberschule mit oder ohne gymnasialem Zweig wünschen. „Wir hoffen, dass uns dazu bis zum nächsten Kreis-Schulausschuss am 17. Februar die Aussagen vorliegen“, sagt Heinisch. Er sieht für die Schulstandorte Ebstorf und Bodenteich gute Chancen auf Einrichtung einer Oberschule, während die Aussichten für Suderburg und Rosche nicht nicht so günstig seien.

Der Kreiselternrat, die Schülervertretung und die politischen Kreis-Gremien müssen über die Umwandlung beraten. Ab dem 1. Februar kann diese beim Land beantragt werden. „Für Anträge, die bis zum 31. Mai eingereicht werden und bei denen die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, ist der Start der Oberschule zum August 2011 gesichert“, betont Heinisch.

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