Immer mehr Frauen in Uelzen sind berufstätig – doch oft reicht das Geld nicht

Jede Zweite arbeitet heute

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Immer mehr Frauen steigen nach der Babypause wieder ins Berufsleben ein – doch nur vier von zehn arbeiten auch in Vollzeit. Das bereitet Probleme bei der Existenzsicherung.

Uelzen. Immer mehr Frauen sind berufstätig. Deutschlandweit ist die Beschäftigungsquote von Frauen in den vergangenen rund anderthalb Jahrzehnten stetig gestiegen.

Im Kreis Uelzen waren zuletzt rund 51,4 Prozent aller Frauen im erwerbsfähigen Alter in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Im Jahr 2000 lag der Anteil noch bei 42,3 Prozent.

Die Zahlen des Regionalatlas beschränken sich auf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Sie sind also nicht gleichzusetzen mit den Erwerbstätigenquoten, die auch Selbständige, Beamte oder Minijobber umfassen, also all jene, die nicht der Versicherungs- und Beitragspflicht unterliegen. Wenn der Statistiker von „Beschäftigten“ spricht, meint er Arbeitnehmer, die die Sozialversicherungskassen füllen.

Es sind nicht zuletzt die Mütter, die nach der Babypause auf den Arbeitsmarkt drängen – das schlägt sich auf die Quoten nieder: Rund 51,4 Prozent erreichte die Beschäftigungsquote von Frauen im Kreis Uelzen (Vorjahr: 49,3). Bundesweit lag sie bei 53 Prozent, wobei sie über alle Stadt- und Landkreise hinweg von 39 Prozent (Stadt Gelsenkirchen, Nordrhein-Westfalen) bis 66 Prozent (Kreis Hildburghausen, Thüringen) variierte.

Blickt man zurück, so hat sich im Kreis Uelzen die Beschäftigtenquote der Frauen seit dem Jahr 2000 von damals 42,3 auf 51,4 Prozent gesteigert. Die Männerquote kletterte im selben Zeitraum von 49,3 auf mittlerweile 55,6 Prozent. Damit verringerte sich die Differenz zwischen der Frauen- und der Männerquote in diesen knapp anderthalb Jahrzehnten um 2,8 Prozentpunkte. Bundesweit schrumpfte der Abstand um 2,3 Prozent.

Immer mehr Frauen haben einen Job. Das klingt prinzipiell gut. Doch so einfach ist die Gleichung nicht. Da sämtliche Arbeitsverhältnisse gleichermaßen in die Erhebung einfließen, geht ein Fakt etwas unter: Dass im Schnitt nur vier von zehn Frauen in Vollzeit arbeiten (Stand 2013).

Der weitaus größere Anteil der Frauen (rund ein Drittel) findet sich im Teilzeitbereich wieder; jede Siebte arbeitet sogar weniger als 15 Wochenstunden, also in Jobs, die nicht einmal die Existenz sichern können.

(Quelle: Zeitungsdienst Südwest)

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