Jäger fahren „harte Welle“

Bis 2011 wird von den Jägern im Kreis Uelzen kein totes Wild von den Straßen geholt

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Der Streit um die Abschaffung der Jagdsteuer im Kreis Uelzen spitzt sich zu. Eine „beachtliche Mehrheit der Revierinhaber“, so Gernot Magyar, Vorsitzender der Uelzener Kreisjägerschaft, habe sich jetzt auf der erweiterten Vorstandsitzung dafür ausgesprochen, das durch Unfälle getötete Wild auch künftig nicht vonden Straßen im Kreisgebiet zu entfernen.

„Wir fahren die harte Welle weiter“, sagte Magyar gegenüber der AZ. Bis zur Mitgliederversammlung im März 2011 werde „dieser Aneignungsverzicht ausgeführt“. Damit wollten die Revierinhaber den Vorstand der Kreisjägerschaft in seinem Bemühen um die schrittweise Senkung der Jagdsteuer unterstützen, erklärte er.

Hintergrund ist die Entscheidung der Kreispolitik, die Jagdsteuer nicht, wie ursprünglich erwogen, zu senken. Statt 15 Prozent der jährlichen Einnahmen aus ihrer Jagdpacht hätten die Jäger nur noch 12 Prozent an den Landkreis abführen sollen – das entspräche einer Entlastung von etwa 25 000 Euro pro Jahr. Doch angesichts seiner dramatischen Haushaltslage kann sich der Kreis Uelzen nicht erlauben, auf Einnahmen zu verzichten. Das Land hatte angekündigt, diese Summe bei der Gewährung von Bedarfszuweisungen wieder abzuziehen (AZ berichtete).

Die Jägerschaft sei darüber sehr enttäuscht, sagt Magyar. Doch unabhängig von der Weigerung, das im Straßenverkehr getötete Wild zu entsorgen, werde der Tierschutz weiterhin erfüllt. So habe das Anbringen des Fangschusses oder die Nachsuche nach verunfalltem Wild „nach wie vor Priorität“. Auch im Fall von Tierseuchen wie der Schweinepest „bieten wir dem Landkreis natürlich weiterhin unsere Unterstützung an“.

Nach den Worten von Magyar ist die Jägerschaft bemüht, den Kontakt zum Landkreis aufrecht zu erhalten und nicht nur bei Änderungen der Rahmenbedingungen die Gespräche zur Senkung der Jagdsteuer fortzuführen. „Selbstverständlich werden sich die Jäger des Landkreises Uelzen weiterhin mit der digitalen Reviererfassung auseinandersetzen, sich um aktuelle Naturschutzthemen und um die ,Dreibeine’ als Verkehrssicherheit kümmern“, betont Magyar.

Auch Naturschutz und Landschaftspflege, Tierschutz, Hegemaßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit in Kindergärten und Schulen und die Unterstützung der Jagdbehörde bei Jägerprüfungen seien Aufgaben, denen man sich auch künftig stellen werde.

Uelzens Landrat TheodorElster nimmt die Haltung der Jägerschaft hinsichtlich des verunfallten Wildes „mit Bedauern“ zur Kenntnis. „Ich fürchte nur, das wird an der Einstellung des Landkreises nicht ändern können“, meint er.

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