NDR-Comedy "Intensivstation" live im Uelzener Theater

A 39: "Die kleine Schwester des Berliner Flughafens"

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Stephan Fritzsche weiht als „Oberpfleger Fritzschensen“ (links) Axel Naumer in die Details des Falls „Beckenbauer“ ein.

ap Uelzen. Das Theater an der Ilmenau war komplett verkabelt, die rund 400 Gäste wurden vorab auf die groben Fallstricke einer „quasi fast live“ gesendeten Radioproduktion vorbereitet, kurz: Wenn die NDR-„Intensivstation“ auf Tour geht, wird dem Anschein nach nichts dem Zufall überlassen.

Doch weil eine Radiosendung nicht ohne Menschen funktioniert, trieb dem Publikum am Sonntagabend nicht nur trockener Wortwitz die Tränen in die Augen, sondern auch der eine oder andere hartnäckige Versprecher. Dieser Spaß blieb allein den Uelzener Satire-Freunden vorbehalten, die Fassung ohne Zufall wurde, in 55 Minuten gepresst, gestern den Hörern von NDR Info präsentiert.

Ins Theater an der Ilmenau zog für einen Abend das große Weltgeschehen des Monats September ein: Wahldebakel, WM-Skandal, viel diskutierte Begriffsdefinitionen nach AfD-Chefin Frauke Petry, die Suche nach einem Nachfolger für das Amt des Bundespräsidenten. Letzterer Frage nahm sich Parodistin Antonia von Romatowski als smartphone-abhängige Bundeskanzlerin an. Gesucht wird ein erfahrener älterer Herr, der eine Frau ist, links, rechts und liberal, kulturinteressiert, sexy, aber nicht zu sehr... Eine dieser „Talkshow-Nasen“ vielleicht? Alice Schwarzer oder gar Angela Merkel selbst?

Weniger gut ist es, dem Erzählen nach, um Franz Beckenbauer bestellt, der sich in die Klinik von „Oberpfleger Fritzschensen“ (Stephan Fritzsche) hat einliefern lassen, wo man nun mit den Folgen seines „Lichtgestalt-Syndroms“ und einer „Unterschriften-Manie“ zu kämpfen habe, tratscht der Klinikangestellte spitzzüngig.

Das lässt sich auch vom eigens für die Show in Uelzen geschriebenen Live-Hörspiel behaupten, in dem ein externer Privatermittler nach Uelzen berufen wird, um sich einem mysteriösen Klebstoff-Skandal zu widmen. Auch die „kleine Schwester des Berliner Flughafens“ fällt der Satire zum Opfer. Gemeint natürlich ist die A 39.

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