Verlust von 730 000 Euro

Insolvenz der „neuen arbeit“ trifft Herbergsverein

Im Zuge der Insolvenz der „neuen arbeit“ schlossen Betriebe wie die Wäscherei am Kö. Jetzt hat die Muttergesellschaft den Verlust von rund einer dreiviertel Million Euro zu schultern.
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Im Zuge der Insolvenz der „neuen arbeit“ schlossen Betriebe wie die Wäscherei am Kö. Jetzt hat die Muttergesellschaft den Verlust von rund einer dreiviertel Million Euro zu schultern.

Uelzen. Die Insolvenz der „neuen arbeit Lüneburg-Uelzen“ blieb nicht ohne Folgen für den Herbergsverein als Träger der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft.

Der Verein, der in Uelzen mit der Betreuung von Bedürftigen Im Böh beauftragt ist und im kommenden Jahr mit dem hiesigen Diakonieverband fusionieren will, hat den Ausfall von rund einer dreiviertel Million Euro zu verkraften. Michael Elsner, Geschäftsführer des Herbergsvereins, sagt gegenüber der AZ: „Wir sind finanziell weiter voll handlungsfähig. “.

Der „neuen arbeit“ hatte der Herbergsverein als Träger in den Jahren 2013 und 2015 Kredite in Höhe von 500 000 Euro eingeräumt. Außerdem gewährte er eine Bürgschaft über 230 000 Euro, für die nun der Herbergsverein einstehen muss, nachdem für die „neue arbeit“ im vergangenen Herbst der Insolvenzantrag gestellt wurde. Wie berichtet, war die Beschäftigungsgesellschaft finanziell ins Trudeln geraten, weil Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds, auf die sie angewiesen war, frühestens in diesem Frühjahr wieder gewährt worden wären. Mehrere von der „neuen arbeit“ geführte Betriebe wie die Wäscherei am Kö in Uelzen mussten schließen. Inzwischen wurde eine Nachfolgegesellschaft für die „neue arbeit“ gegründet, die nicht mehr auf Fördergelder EU angewiesen sein will.

Dass der Herbergsverein aus der Insolvenzmasse der ursprünglichen Geselllschaft Geld zurückbekommt, davon geht Michael Elsner zurzeit nicht aus. Der Herbergsverein stehe weit hinten auf der Gläubigerliste.

Die gegebene Bürgschaft will der Herbergsverein schrittweise abbezahlen, die Kredite an die Tochter seien aus Rücklagen zu stemmen gewesen, sagt Elsner. „Es ist ärgerlich“, sagt er, aber der Verlust sei beim Gang zum Amtsgericht wegen des Insolvenzantrages eingepreist gewesen. Der Herbergsverein will nun „sparsam wirtschaften“ und bei Investitionen „vorsichtig“ sein, sagt Elsner, um die finanzielle Scharte wieder auszuwetzen.

Zunächst mit Kosten verbunden sein wird die geplante Fusion mit dem Diakonieverband Nordost-Niedersachsen. An ihr werde weiter gearbeitet, so Elsner. „Daran ändert sich nichts“, erklärt der Geschäftsführer. Der Verein und der Verband wollen gemeinsame Wege gehen, um sich besser auf dem sozialen Markt behaupten zu können, auf dem sich auch immer mehr private Anbieter tummeln.

Von Norman Reuter

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