„Individuelle Maßnahmen“

Henning Otte (CDU) fordert unbürokratischen Umgang mit „Problemwölfen“

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Soll der Schutz von Isegrim reduziert werden?

Uelzen/Landkreis. Einen unbürokratischen Umgang mit „Problemwölfen“ fordert der Uelzener Bundestagsabgeordnete Henning Otte (CDU), Vorsitzender des CDU-Arbeitskreises Jagd, Fischerei und Natur.

Damit dieser möglich wird, soll laut Otte die Trennung zwischen der Wolfspopulation westlich der Weichsel mit unter 1000 Tieren und der Population östlich der Weichsel aufgehoben werden. Die Folge: Der in Deutschland herrschende strengere Schutz nach EU-Richtlinien würde reduziert.

„In Form einer Eilzuständigkeit könnten Landkreise im Bedarfsfall dann schnell vor Ort reagieren und entscheiden“, erklärt Otte, „gleichzeitig können Maßnahmen jeweils individuell bewertet und je nach auffälligem Verhalten des Wolfes gewählt werden. Wobei der Schutz des Menschen immer Vorrang hat.“

Die Ausbreitung Isegrims nach Westen zeige, dass die weniger strengen EU-Richtlinien, wie etwa in Polen, ausreichend sind und den Bestand nicht gefährden. Deshalb sollte eine genetische Überprüfung der beiden Populationen erfolgen. Otte fordert: „Wenn im Ergebnis ein Austausch der Populationen nachgewiesen wird, muss man konsequenterweise auch die Höhe der Mindestpopulation neu bewerten und reduzieren.“

„Grundsätzlich wäre eine Herunterstufung des Schutzstatus richtig, denn sie würde uns die Arbeit erleichtern“, meint Wolfsberater Theo Grüntjens. So könnten beispielsweise Vergrämungsmaßnahmen leichter durchgeführt werden oder das Ausstatten der Wölfe mit Sendern würde erleichtert. Bisher seien solche Maßnahmen mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. Auch die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung würde dadurch steigen, dass der Umgang mit Isegrim erleichtert wird. Da in den nächsten Jahren sowieso mit einem Anstieg des Bestandes um bis zu 30 Prozent zu rechnen sei, müsse die Politik jetzt reagieren. Grüntjens stellt aber klar: „Eine Reduzierung des Bestands durch Abschuss kann und darf es nicht geben.“

Von Lars Lohmann

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