Neues Projekt des Bundes: Kreis Uelzen könnte Millionen-Fördergelder erhalten

Impulse für ländlichen Raum

Der Kreis Uelzen ist dünn besiedelt und strukturschwach, der Heidetourismus ein wichtiger Erwerbszweig. Sollte der Kreis jedoch für das neue Modellprojekt „LandZukunft“ des Bundes ausgewählt werden, bekommt er Fördergelder in Millionenhöhe für seine ländliche Entwicklung. Archivfoto: Privat

Uelzen/Landkreis. Es geht darum, durch innovative Ideen abgelegene ländliche Regionen zu unterstützen, die Wertschöpfung zu erhöhen und die Beschäftigung vor Ort zu sichern. Diese Ziele verfolgt das neue Modellvorhaben „LandZukunft“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Uelzen ist einer von bundesweit 17 Landkreisen, die dazu angeschrieben wurden und die Bundeszuschüsse von mehreren Millionen Euro erhalten könnten.

Jetzt hat sich der Landkreis Uelzen für den ersten Schritt des Projekts, die so genannte Start- und Qualifizierungsphase, beworben. Der Kreisausschuss gab dafür am Dienstag grünes Licht. Und die Chancen sind durchaus realistisch: Aus den 17 in Frage kommenden Landkreisen wählt eine Jury drei bis vier aus, die ab 2012 über ein Gesamtbudget von acht Millionen Euro verfügen sollen. Im günstigsten Fall würde der Kreis Uelzen, falls er den Zuschlag erhält, somit 2,67 Millionen Euro für seine ländliche Entwicklung erhalten. Das Besondere daran: Der Kreis müsste keinen finanziellen Eigenanteil beisteuern und lediglich die Personalkosten übernehmen.

Das Modellvorhaben richtet sich vor allem an Vertreter von Verwaltung, Politik und Wirtschaft im ländlichen Raum. Sie sollen vor dem Hintergrund sinkender Einwohnerzahlen und einer zunehmenden Überalterung der Bevölkerung für das Vorankommen der Region mobilisiert und bei der Umsetzung kreativer Ideen unterstützt werden. Damit vereint „LandZukunft“ Aufgaben der Kreisentwicklung und der Wirtschaftsförderung.

Im September beginnt die Start- und Qualifizierungsphase des Projekts. Bis Februar 2012 sollen die Akteure vor Ort vernetzt und erste Maßnahmen zur Stärkung der Region erarbeitet werden. Daran schließt sich die eigentliche Förderphase an: Drei bis vier Landkreise erhalten vom Bund ein eigenes Regionalbudget und können darüber frei verfügen. Das Modellvorhaben endet 2014 und könnte im Kreis Uelzen beispielsweise eng an den bestehenden Leader-Förderprozess der EU angelehnt werden.

Nach Ansicht von CDU-Kreistagsfraktionschef Claus-Dieter Reese sollte der Landkreis die Möglichkeiten nutzen, die „LandZukunft“ bietet. „Gerade wir sind einer der Kreise, die prädestiniert wären für so ein Vorhaben“, meint er angesichts der Strukturschwäche der Region. Reeses Fazit: „So eine Chance kriegt man nie wieder.“

Dagegen zeigt sich Jacques Voigtländer, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, verhalten. „Ob die Region wirklich vorangebracht werden kann, wenn Fördergelder fließen, steht dahin“, sagt er. „Die innere Kraft des Landkreises, mit den einzelnen Akteuren etwas zu bewegen, dürfte stärker sein als so ein Impuls von außen.“ Nun könne „die Kreisverwaltung sich beweisen“, ob sie die Region nachhaltig voranbringen wolle, erklärt Voigtländer.

Von Bernd Schossadowski

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