Gutachten zur Demografie-Entwicklung: Kreispolitik macht erste Vorschläge

Impulse für die Ansiedlung

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Zwar wollen die Kreistagsfraktionen von CDU und SPD die Ansiedlung im Landkreis Uelzen fördern, die Ausweisung neuen Baulands halten sie aber für den falschen Weg.

Uelzen/Landkreis. Weniger Neubaugebiete, dafür aber ein gemeinsames Vorgehen der Kommunen bei der Siedlungsentwicklung: Diese Handlungsempfehlungen zur demografischen Entwicklung im Kreis Uelzen gibt ein Gutachten, das die Arbeitsgruppe (AG) Demografie des Landkreises in Auftrag gegeben hat.

Wie berichtet, wurde die Expertise Anfang November etwa 120 politischen Mandatsträgern in Uelzen vorgestellt. Jetzt gibt es dazu erste Rückmeldungen aus der Kreispolitik – mit konkreten Ideen und Forderungen.

Über das Gutachten will die SPD-Kreistagsfraktion auf ihrer Sitzung am kommenden Montag diskutieren, kündigt Fraktionsvorsitzender Jacques Voigtländer im AZ-Gespräch an. Zum einen wollen sich die Sozialdemokraten für eine Ansiedlungsinitiative stark machen. Das Ziel sei, den Landkreis attraktiver für Neubürger, aber auch Unternehmen zu machen. Hier wünscht sich Voigtländer, dass die Kreisverwaltung dazu ein Konzept erarbeitet.

Dagegen hält er die Ausweisung von weiterem Bauland für falsch – „wegen zu stark steigender Infrastrukturkosten“. Zudem schlägt der Fraktionschef vor, eine Initiative zur Wohnstandort-Optimierung auf den Weg zu bringen. Kurze Wege zu Schulen, ausreichend Einkaufsmöglichkeiten und gute ärztliche Versorgung seien wichtige Faktoren für Lebensqualität im ländlichen Raum. „Das ist auch die Voraussetzung für die Ansiedlungsinitiative“, sagt er.

Über den aktuellen Stand der Bauleitplanung in den Kommunen erhofft sich Voigtländer Auskunft aus dem Uelzener Kreishaus. Vom Landkreis möchte er zudem wissen, ob dieser sich am Landesprojekt „Umbau statt Zuwachs“ zur regional abgestimmten Siedlungsentwicklung beteiligt.

Auch die CDU-Kreistagsfraktion hat sich mit den Handlungsempfehlungen des Demografie-Gutachtens beschäftigt. So fordert Vorsitzender Claus-Dieter Reese eine kritische Auseinandersetzung mit der Bauleitplanung. „Wir müssen uns viel mehr Gedanken machen um die bauliche Verdichtung innerhalb der Orte, anstatt am Ortsrand neue Baugebiete auszuweisen“, betont er.

Bei der Verkehrsentwicklung in der Region sieht Reese Nachholbedarf. „Mit aller Vehemenz“ setze er sich für den Bau der A 39 ein. Auch eine HVV-Vollmitgliedschaft hält Reese für wünschenswert. Die Vorschläge der CDU-Fraktion will er auf dem nächsten Treffen der AG Demografie einbringen, das für März geplant ist.

Der Landkreis setzt darauf, dass die Kommunen Ideen zur Siedlungsentwicklung vorbringen. „Wir wollen den Gemeinden nicht irgendetwas vorgeben. Vielmehr wird in dem Gutachten ein Rahmen empfohlen, der gefüllt werden kann“, sagt Joachim Partzsch, Leiter des Amtes für Raumordnung und Kreisplanung. Auf Impulse „von unten“ hofft auch Landrat Dr. Heiko Blume: „Wir erheben als Landkreis nicht den Anspruch, zu sagen, wo es langgeht. Gerne sind wir aber bereit, eine moderierende Rolle einzunehmen.“

Von Bernd Schossadowski

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