Erneut Verkehrsbehinderung im Zuge der B 4-Sanierung

Immer wieder Stau im Stadtgebiet

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Viel Geduld mussten die Autofahrer mitbringen, die gestern in Uelzen unterwegs waren. Wie hier am Spottweg kam es durch die B 4-Umleitung zu teils langen Staus.

Uelzen. Staus auf der B 71 vor dem C. Beckers-Verlagsgebäude vor dem Abbieger auf die Groß Liederner Straße, die sich immer wieder aber auch schnell auflösen: Gestern Vormittag scheint die Uelzener Verkehrswelt in Ordnung zu sein.

Und das obwohl die Sanierung der Bundesstraße 4 am Vorabend mit einer Vollsperrung in beide Richtung in die fünfte und letzte Phase gegangen ist und bei der letzten Umstellung der Verkehrsführung im Zuge der umfangreichen Fahrbahnsanierung zwischen den Anschlussstellen Molzen und Groß Liedern ein richtiggehendes Verkehrschaos über die Hansestadt hereinbrach (AZ berichtete).

Der Schein trog allerdings. Ralf Munstermann, Streifendienstleiter bei der Polizei Uelzen, berichtet auf AZ-Nachfrage, dass es nach der Vollsperrung der B 4 ab Donnerstagabend im Stadtgebiet zu „massiven Störungen“ gekommen sei und dass man auch am Freitag schlecht durch die Stadt oder aus ihr rauskomme.

Als Nadelöhr sieht Munstermann die Straße Neu Ripdorf. Hier werde der Verkehr vorübergehend in beide Richtungen durchgeleitet und insbesondere der Schwerlastverkehr, also große Lkw – 40-Tonner – kämen hier nur bedingt aneinander vorbei. „Schritttempo“ würden Lkw-Fahrer fahren, um aneinander nicht die Spiegel abzufahren – oder die von den in der Straße geparkten Fahrzeugen. Lange Schlangen hinter ihnen seien die Folge. „Donnerstagabend haben Fahrzeuge von der ‘Blauen Lagune’ bis zur Kreuzung Neu Ripdorf/Birkenallee 45 Minuten gebraucht“, so Munstermann. Das sei „eindeutig zu lange“.

Munstermanns Lösungs-Ansatz, den Verkehr in Richtung Norden über Birkenallee und Johnsburgkreisel zu führen, ist indes nicht praktikabel: Die dortige Brücke über die Ilmenau ist für Schwerlastverkehr nicht geeignet (AZ berichtete).

Grund für die Vollsperrung der B 4 ist, dass bis heute Mittag zunächst die Schutzvorrichtung, die in der Baustelle Arbeiten und fließenden Verkehr trennt, umgesetzt wird. Danach wird bis zum voraussichtlichen Ende der Arbeiten Ende September nur noch der Verkehr in Richtung Norden durch die Stadt umgeleitet. In Richtung Süden wird er dann über die B 4 einspurig an der Baustelle vorbeigeführt.

Zudem, so Munstermann verursachten auch diejenigen Fahrer, die sich auf eigene Faust, beziehungsweise per „Navi“, ihren Weg durch die Stadt suchten, Behinderungen im Innenstadtbereich. Munstermann: „Man muss von daher sehr viel mehr Zeit einplanen, um von A nach B zu kommen.“

Mittags und nachmittags dann der von Munstermann erwartete Verkehrs-Stress: Auf dem Weg ins Wochenende liefern sich Autofahrer, die sich unter anderem stadteinwärts auf der B 71, stadtauswärts am Spottweg und im Innenstadtbereich um den Johnsburg-Kreisel und auf der Ebstorfer Straße stauen, immer wieder Hupkonzerte.

Annette Padberg von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr wusste am Vormittag noch nichts von Behinderungen in Uelzen und ging zunächst auch von einem reibungslosen Ablauf der Umleitung aus. Spätere AZ-Anfragen lässt sie unbeantwortet.

Durch die Möglichkeit, die B 4 in Richtung Süden zu befahren, könnte sich die Situation heute Mittag entspannen. Und bis Ende September sollte sich die Situation endgültig beruhigen: Dann sollen die Arbeiten zur Fahrbahnsanierung abgeschlossen sein.

Von Steffen Kahl

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