Geheimtipp für rund 40 Aussteller und für die Gäste: Die Offenen Ateliers in Eddelstorf bei Altenmedingen

Ikonenmalerin lässt sich über die Schulter blicken

Gab einen Einblick in die Farbschattierungen und das Malen nach Vorlagen: Ikonenmalerein Ursula Räke bei der Arbeit. Foto: Bautsch-Ludolfs

Eddelstorf. Der kleine Ort Eddelstorf bei Altenmedingen war der Geheimtipp des Wochenendes. Kunst, Kulinarisches, Kunterbuntes, Kuscheliges, Kreatives und auch Klangvolles konnte genossen werden. Vor allem der Kunsthandwerkermarkt der Villa Rübe war gut besucht.

Rund 40 Aussteller und Anbieter – fast ausnahmslos aus dem 80-Kilometer-Umkreis – hatten besondere Produkte dabei.

Ein Handwerkskünstler aus Dähre bot beispielsweise Vogelfutterhäuser an. Der i-Punkt dabei: sie hatten Dachbegrünung. Ein paar Schritte weiter gab es „Grüße aus Kulinairen“, die sogar probiert werden durften. Das Dahlenburger Paar hatte Dip- und Snackspezialitäten, ausgesuchte Öle, Risottos und mehr präsent. Vorbei an diversen Besen und Bürsten, darunter auch Schweizer Bergbesen lockten „Maponis Wings“, Windspiele aus Edelstahl. Wetterfeste Gartensprüche, Minzkissen für Katzen, Klickboxen aus Plastikflaschen dekorativ mit Serviettentechnik gestaltet, Graskörbe aus Senegal im fairen Handel und vieles mehr sorgte für ein besonderes Sortiment. Auch der DRK-Ortsverein Altenmedingen war fleißig, mit genähten bunten Schürzen oder in Hardangertechnik gearbeiteten Tischdecken. Der Leierkastenmann aus Hitzacker gewährte großzügig Kindern auch mal, die Kurbel gleichmäßig zu drehen. Wer nun Hunger hatte, konnte den gleich in der Villa Rübe stillen. Vor allem der hausgebackene Zwetschgenkuchen wurde zum Renner.

Ein paar hundert Meter weiter hatte Ursula Räke ihre Byzantinische Manufaktur geöffnet und gewährte Einblicke in die Kunst des Ikonenschreibens. „Byzantinische Ikonen werden bis heute nach alten Vorlagen und nicht nach eigener Fantasie oder Modellen gemalt. Trotz der überlieferten Vorlagen liegt es in der Hand des Ikonenmalers die puderzarten Farbabstufungen in den dargestellten Gesichtern und die ausdrucksstarken Farbschattierungen in den ,Lichtern’ der Kleidung darzustellen“, erklärt die Künstlerin. Sie lässt sich bereitwillig über die Schulter am Maltisch blicken und vielfältige Utensilien sind zu sehen: Holzplatte, Hasenleim, Marderhaarpinsel, Blattgold, Farbpigmente, die dann in Arbeitsschritten mit Eigelb und Wasser frisch angemischt werden für die Eitemperamalerei.

Richtung Ortsausgang empfahl sich ein weiterer Stopp und Zeit angesichts der Eröffnung von „Laden&Galerie“ im HolzWerk für feine Möbel. Die Möbelmacher Peter Bernhardt und Klaus Kettenburg hatten Kollegen eingeladen, die einen Querschnitt ihrer Arbeit zeigten. Neben Stein, Metall, Glas, Textil, Metall und Keramik stand Holz im Mittelpunkt und damit eine Reihe eigensinniger, gefälliger Stuhltypen, die gerne ausprobiert wurden.

„Lauf nicht, wenn du tanzen kannst“, die Berliner Gruppe „?Schmaltz!“ spielte und begeisterte mit ihrem Herzblut, Rhythmus und Leidenschaft – teils mit ungewöhnlichen Instrumenten.

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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