„IGS verdrängt keine Schule“

Im Gebäude der Theodor-Heuss-Realschule könnte zum Schuljahr 2012/13 eine Integrierte Gesamtschule (IGS) eingerichtet werden – wenn die Eltern das wünschen.

Uelzen. Die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) im Gebäude der Uelzener Theodor-Heuss-Realschule soll keine andere von den Eltern gewünschte Schulform in der Uhlenköperstadt verdrängen.

Das betonte Schuldezernent Jürgen Markwardt am Montagabend auf einer Informationsveranstaltung der Stadt zum Thema IGS. „Wir wollen keinesfalls eine IGS in Uelzen gründen, um dazu beizutragen, dass anderswo Schulen geschlossen werden“, erklärte Markwardt vor etwa 70 Zuhörern im Ratssaal. Damit trat er kritischen Stimmen entgegen, die das Aus für die etwa 750 Schüler zählende Theodor-Heuss-Realschule befürchten, falls dort eine IGS für die Jahrgänge 5 bis 10 eingerichtet wird. „Bei entsprechendem Elternwillen wollen wir uns dafür einsetzen, dass es an anderer Stelle weiterhin eine Realschule in Uelzen gibt“, bekräftigte auch Bürgermeister Otto Lukat. Ob Schulstandorte im Landkreis mittelfristig geschlossen werden müssen, könne er nicht voraussagen, sagte er. Laut dem aktuellen Schulgutachten sei die Zukunft einiger Schulen im ländlichen Raum aber schon jetzt gefährdet – auch ohne eine IGS. Doch ob diese, wie geplant, überhaupt zum Schuljahresbeginn 2012/2013 im Gebäude der „Theo“ gegründet wird, hängt vom Ausgang einer kreisweiten Elternbefragung ab, die in der vorigen Woche begonnen hat. Voraussetzung für eine IGS sind mindestens 120 Anmeldungen pro Schuljahrgang (AZ berichtete). Der Elternwille sei das entscheidende Kriterium für die neuen Schulform, bekräftigte Markwardt: „Wir wollen nicht ,auf Teufel komm raus‘ eine IGS gründen.“ Welche Unterschiede es zwischen den einzelnen Schulformen gibt, das erläuterten am Montagabend drei Referenten auf Einladung der Stadt. Norbert Eisenhauer, stellvertretender Leiter der IGS Osterholz-Scharmbeck, stellte die Arbeit an seiner Schule vor. Kennzeichnend für eine IGS sei der gemeinsame Unterricht in Lerngruppen ohne Unterscheidung in Schulzweige, berichtete er. Bettina Trumpa, Leiterin der Hardautalschule in Suderburg, erläuterte die geplante Oberschule. Und Annegret Krause, Dezernentin in der Außenstelle Uelzen der Landesschulbehörde, gab einen Überblick über die übrigen Schulformen im Landkreis Uelzen – von Grundschulen über Haupt- und Realschulen bis zu Gymnasien.

Von Bernd Schossadowski

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