SPD/FDP und CDU machen Vorschläge zur Aufwertung der Innenstadt und Förderung des Handels

Ideen-Bündel für Uelzens Zukunft

Die Umgestaltung des Schnellenmarktes ist eine der Forderungen der CDU-Fraktion für ein attraktiveres Uelzen. Die SPD/FDP-Gruppe wünscht sich hingegen ein einheitliches Stadtmarketing. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. In die Diskussion um die Attraktivitätssteigerung der Uelzener Innenstadt und die Förderung des örtlichen Wirtschaftslebens kommt Bewegung. In zwei unterschiedlichen Anträgen haben jetzt die SPD/FDP-Ratsgruppe und die CDU-Fraktion im nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss ihre Ideen für eine Aufwertung der Uhlenköperstadt vorgestellt.

Nach dem Willen von SPD und FDP soll die Stadtverwaltung einen Dialog mit möglichst vielen Vertretern aus produzierendem Gewerbe, Handel und Dienstleistung starten. Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass es außer dem bestehenden Handelsverein und dem Verband der Uelzener Wirtschaft nun eine weitere Interessenvertretung gibt: Unter dem Namen „Innenstadt Uelzen“ wurde kürzlich ein Verein gegründet, in dem sich hauptsächlich Einzelhändler der Lüneburger und Gudesstraße engagieren (AZ berichtete). Zudem müsse „der Grundgedanke eines einheitlichen Stadtmarketings trotz aller negativen Erfahrungen in der Vergangenheit wieder aufgenommen“ werden, beantragt Gruppenvorsitzender Ralf Munstermann. „Dabei sollte geprüft und verhandelt werden, ob die Einrichtung eines Stadtmarketings im Rahmen vorhandener Einrichtungen der Stadt Uelzen unter Akzeptanz und Beteiligung der Wirtschaft möglich ist.“ Vorschläge zur Umsetzung sollen nach dem Willen von SPD und FDP bis zu den Beratungen für den nächsten Stadthaushalt vorliegen, die konkreten Maßnahmen dann 2012 beginnen. Das Ziel müsse sein, die Interessen und Vorschläge der Uelzener Wirtschaft zu bündeln und einzubringen, erklärt Munstermann. Dabei gehe es um die bauliche Gestaltung der Innenstadt, die Verkehrsführung, das Veranstaltungsmanagement und ein „Bündel von Maßnahmen zur attraktiveren Gestaltung der Geschäftigkeit“. Während sich der Kreisausschuss für die Umsetzung der SPD/FDP-Forderungen aussprach, wurde der CDU-Antrag zunächst zur Beratung an die politischen Fraktionen und den Fachausschuss weitergeleitet. So sprechen sich die Christdemokraten dafür aus, dass Rat, Stadtverwaltung, Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), Marktbeschicker und die Vertretungen des Handels „zeitnah einen kurzfristigen Entwicklungsstufenplan für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung“ Uelzens erarbeiten. Ein aktueller Schwerpunkt müsse die Anbindung der Marktstraßen an das geplante Marktcenter sein, sagt CDU-Fraktionschef Stefan Hüdepohl. Darüber solle der Rat spätestens am 10. November abschließend beraten. Weitere Schritte für die wirtschaftliche Aufwertung der Stadt sollen nach dem Willen der CDU-Fraktion bis November 2012 erarbeitet sein. Dazu gehört laut Hüdepohl beispielsweise die Einrichtung eines Verkehrs- und Parkleitsystems, mit dem der Durchfahrtsverkehr aus den Marktstraßen herausgehalten wird. Überdies soll das Wohnen in der Innenstadt und dabei speziell die Integration älterer Menschen gefördert werden, unter anderem durch die Umgestaltung des Schnellenmarktes und des Achterviertels. Die Stadt müsse dem Investor des Marktcenters „größtmögliche Unterstützung“ bei der Sanierung des Schuhstraßen-Viertels gewähren, betont Hüdepohl. Daneben sollen das City-Management und die WFG die Zusammenführung der Händler, Marktbesucher und Dienstleister in der Innenstadt „konzentriert fortsetzen“. Die CDU-Fraktion wünscht sich aber auch, dass die Stadt weitere Ansiedlungsflächen für Unternehmen, etwa im Zuge der geplanten A 39, ausweist. „Die Ortsteile Kirchweyhe und Groß Liedern müssen schnellstmöglich mit Ortsumgehungen versehen werden“, nennt Hüdepohl eine weitere Forderung. Auch wenn die CDU-Vorschläge konkreter seien als die der SPD/FDP-Gruppe, schließen sich beide Positionen nach Ansicht von Bürgermeister Otto Lukat nicht gegenseitig aus. „Die Anträge beißen sich nicht“, meint er. Wichtig sei jetzt das Zusammenführen aller Beteiligten zu einem gemeinsamen Konzept. Lukats Fazit: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Von Bernd Schossadowski

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