Ukraine-Geschäft der Stadtwerke Uelzen im Fokus

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Die Stadtwerke Uelzen waren Thema im Stadtrat: Zuhörer Joachim Porsiel erklärte, er gehe davon aus, dass sich durch die Beteiligung am Ukraine-Geschäft und deren Sonderprüfung insgesamt Kosten von 10 Millionen Euro angehäuft haben könnten.

Uelzen. „Ich vermisse hier die persönlichen Konsequenzen, insbesondere für Markus Schümann". Joachim Porsiel hat als Einwohner in der Fragestunde in der jüngsten Sitzung des Uelzener Stadtrates das defizitäre Ukraine-Geschäft der Stadtwerke Uelzen unter Schümanns Geschäftsführung hinterfragt.

Porsiel sieht es als problematisch an, dass der Uelzener Energieversorger seinen Anteil am Landwirtschaftsgeschäft der Sustainable Bio Energy (SBE) Holding auf 25 Prozent reduziert hatte und somit als Minderheitsgesellschafter bei den Entscheidungen der mit 75 Prozent beteiligten Stadtwerke Schwäbisch Hall offenbar häufig überstimmt wird. „Sehen Sie das auch so, dass das Zurückfahren auf 25 Prozent ein Fehler war?“, wollte Porsiel wissen.

Hintergrund für seine Kritik ist der Jahresabschluss der Stadtwerke Uelzen von 2012, der einen Verlust von knapp 2,6 Millionen Euro aufweist und laut Bürgermeister Otto Lukat von der Stadt Uelzen als Gesellschafterin gebilligt worden sei.

Die Stadtwerke haben rund 5 Millionen Euro, die sie in die SBE investiert hatten, abgeschrieben (AZ berichtete). Insgesamt waren von Uelzener Seite rund 7 Millionen Euro geflossen. Sie erwarten noch immer eine Rückzahlung von rund 1,7 Millionen Euro aus dem Ukraine-Geschäft und haben auch eine Bürgschaft von 600 000 Euro nicht zurückgestellt.

„Nach meinem Verständnis haben sie mittlerweile einen Verlust von 10 Millionen Euro angehäuft“, sagte Porsiel. Denn zu den Investitionen in die SBE müssten unter anderem Kosten für Beratungen und für eine Sonderprüfung, die laut Lukat noch nicht abgeschlossen sei, hinzugerechnet werden. Daher schloss Porsiel seine Frage an, ob sich der Rat nur angesichts der zu erwartenden Rückzahlung der Stadtwerke von knapp anderthalb Millionen Euro an die Stadt Uelzen nicht traue, Konsequenzen zu ziehen.

„Sie können natürlich auch versuchen, polemisch an die Sache heranzugehen“, antwortete Lukat verärgert. Die Reduzierung des Gesellschafter-Anteils der Stadtwerke an der SBE auf 25 Prozent betrachte er nicht als Fehler. Und auf die Frage nach persönlichen Konsequenzen gegenüber Schümann fasste Lukat sich kurz: „Ich halte das im Grunde für eine Rufschädigung.“

Von Diane Baatani

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