Jahresabschluss 2012 noch offen / Uelzens Beiratsmitglieder reisen in die Ukraine

SBE Holding sucht Käufer

+
Für das Ukraine-Geschäft wird ein Käufer gesucht: Das ist eine von drei Strategien, die die Sustainable Bio Energy Holding GmbH (SBE) für die Zukunft des Getreide-Geschäfts verfolgt.

Uelzen. Für das Ukraine-Geschäft wird ein Käufer gesucht: Das ist eine von drei Strategien, die die Sustainable Bio Energy Holding GmbH (SBE) für die Zukunft des Getreide-Geschäfts verfolgt.

Stadtwerke-Chef Markus Schümann

Aktuell werde ein Verkauf der Aktivitäten an einen Investor, eine Fortführung als Gemeinschaftsunternehmen mit den Stadtwerken Uelzen und Schwäbisch Hall sowie eine Einkoppelung eines Partners geprüft, erklärt SBE-Geschäftsführer Johannes van Bergen. „Wir haben eine Reihe von Angeboten, aus Österreich, Holland, Großbritannien und zwei oder drei aus der Ukraine“, berichtet er. „Ich glaube eher, dass wir eine Fortführung beschließen, aber das hängt von den Angeboten ab. “ Auch Uelzens Stadtwerke-Chef Markus Schümann sehe die Fortführung als Primäroption, so Sprecherin Franziska Albrecht.

Die Umsätze aus dem Ernte-Geschäft seien 2012 von 3,8 auf 5,9 Millionen Euro gestiegen, so van Bergen. Ob das gleichzeitig bedeute, dass das Geschäft erstmals der SBE Gewinn gebracht habe, will er nicht bestätigen, da der Jahresabschluss noch nicht vorliege. Im Gegensatz zu 2012 werde „kein frisches Kapital“ mehr hineinfließen.

„Die Steigerung der Umsätze stellt uns noch nicht zufrieden“, sagt van Bergen, denn im vergangenen Jahr habe es ein Exportverbot gegeben. Er geht davon aus, dass in diesem Jahr der Umsatz auf über sieben Millionen Euro erhöht werden kann. In diesen Tagen würden die Jahresabschlüsse von ukrainischen Gesellschaftern nach dem deutschen Steuerrecht erstellt. Anschließend könne die deutsche Holding ihre Bilanz fertigstellen. „Es wird irgendwie eine schwarze Null herauskommen“, vermutet van Bergen.

Im Jahr 2011 hatte die SBE ein Minus von 1,7 Millionen Euro eingefahren. Rund 5,5 Millionen Euro hatte der örtliche Energieversorger zuvor schon in das Geschäft investiert. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall ebenfalls, sie hatten 2012 zusätzlich ihr finanzielles Engagement ausgedehnt und die Ernte mit zusätzlich drei Millionen Euro finanziert. Hinzu kam eine Erhöhung von deren Grundkapital. Dadurch hielten sie 75 Prozent der Anteile, die hiesigen Stadtwerke 25 Prozent.

Von Uelzener Seite ist bislang kein Eigenkapital in das Geschäft geflossen, ihr Engagement wurde über Kredite dargestellt. Nach Aussage von van Bergen hätten die Stadtwerke Uelzen Vorschläge, ihre Kredite in Eigenkapital umzuwandeln, abgelehnt. Daher ist er in Bezug auf Darlehenszinsen für die Stadtwerke Uelzen der Ansicht: „Das ist eine Finanzierung, die meines Erachtens falsch war.“

Eine Rückzahlung aus Darlehenszinsen in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro hat der örtliche Energieversorger in seinem Finanzierungsplan für 2013 als Einnahmen angegeben. Ohne diese Summe würde die Kalkulation der Stadtwerke Uelzen offenbar negativ ausfallen. „Zum 31. Dezember 2013 werden die bis dato aufgelaufenen Darlehenszinsen (718 000 Euro) sowie die gewährte Vorauszahlung aus der Rapsöllieferung (eine Million Euro) der Ernte 2011 fällig“, heißt es im Finanzierungsplan der Stadtwerke Uelzen. Auf die Frage, welche Sicherheiten sie dafür hätten, dass sich der Betrag erwirtschaften lasse, erklärt Franziska Albrecht: „Vertraglich bestehen diese Ansprüche. Die Durchsetzung hängt vom Geschäftsverlauf der SBE ab.“ Otto Lukat, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, und Jürgen Markwardt, Mitglied des landwirtschaftlichen Beirates der Holding, wollen sich auf AZ-Nachfrage nicht selbst dazu äußern. Der Beirat habe im Sommer eine Sitzung in der Ukraine, und als Beiratsmitglieder seien Markwardt und Dieter Schwutke entsandt, bestätigt Albrecht.

Das SBE-Geschäft wird voraussichtlich auf der nächsten Stadtratssitzung am 27. Mai Thema sein. Die Gruppe WIR für Uelzen/Piratenpartei/Bündnis 21/RRP hat Anfragen zum Ernteergebnis gestellt und um deren Beantwortung in der Sitzung gebeten.

Von Diane Baatani

Kommentare