Was wird aus dem historischen Bau in Holdenstedt? In 14 Tagen läuft die Frist zum Verkauf ab

Holdenstedter Schloss vor ungewisser Zukunft

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Jetzt steht das Schloss Holdenstedt im Fokus: In 14 Tagen steht die Entscheidung zu einem möglichen Verkauf des historischen Baus aus dem 18. Jahrhundert an.

Uelzen-Holdenstedt. Die Uhr tickt: 14 Tage bleiben noch, dann läuft die von der Stadtpolitik gesetzte Frist zum Verkauf des Holdenstedter Schlosses ab. Der Stadtrat hatte im vergangenen Jahr die Stadtverwaltung beauftragt, für den historischen Bau aus dem 18.

Jahrhundert einen neuen Besitzer zu finden – zunächst bis Ende September, dann wurde verlängert bis zum 30. Juni 2015. Als „barockes Landschloss am Rande der Lüneburger Heide“ von Maklern angeboten, gibt es mehrere Interessierte für das Schloss, mit denen das Gebäudemanagement noch verhandele, heißt es aus dem Rathaus.

Ein Ergebnis wird mit Spannung erwartet – von der Politik, vom Betreiber des Schloss-Cafés Johannes-Hermann Pommerien, von Ulrich Brohm, Leiter des Heimatmuseums, das seit 1985 im Bau zu finden ist, und von der Initiative Kultur Uelzen (IKU), die das Schloss als Kulturstätte am liebsten weiter im Besitz der Stadt wissen möchte.

Die Politik geht davon aus, dass sie in den nächsten Tagen mehr über einen möglichen Besitzerwechsel erfährt. Bislang sei, wie öffentlich kommuniziert, auch nur bekannt, dass die Verhandlungen noch laufen sollen, heißt es in AZ-Gesprächen.

Die Politik hat einem Verkauf an einen neuen Eigentümer zuzustimmen und sie hätte auch mit den Konsequenzen umzugehen, wenn es nicht zu einer Veräußerung kommt. Für einen solchen Fall war im vergangenen Jahr festgelegt worden, dass das Gebäude in Besitz der Stadt bleibt und dann schrittweise instand gesetzt wird. Eine Sanierung wäre ein finanzieller Kraftakt – das Schloss droht, salopp formuliert, langsam auseinander zu brechen. Allein für ein Gutachten, das den Sanierungsbedarf ermitteln soll, wird mit Kosten von 100 000 Euro gerechnet.

Johannes-Hermann Pommerien (Schloss Café) und Ulrich Brohm (Heimatmuseum) setzen auf eine Entscheidung zum 30. Juni, gleich wie sie ausfällt. „Wir brauchen Planungssicherheit“, sagt Brohm. Für das zweite Halbjahr 2015 gebe es noch ein Museumsprogramm, so Brohm, bei dem Programm für 2016 gebe es ein großes Fragezeichen. Bei einem Verkauf würde das Museum womöglich umziehen.

Eine Entscheidung erwartet auch Pommerien. Er habe in den vergangenen Monaten Besucher-Einbußen hinnehmen müssen, Schuld daran sei die Politik mit ihren Beschlüssen zum Schlossverkauf und die Presse. Er trage sich auch mit dem Gedanken, das Café schon zum 30. Juni zu schließen, sagt Pommerien.

Die Initiative Kultur Uelzen (IKU) gegründete sich, um für den Verbleib des Schlosses in öffentlicher Hand zu kämpfen. Unterschriften wurden gesammelt und Ideen erarbeitet, wie das Schloss besser vermarktet werden könnte. Zudem wurden Gespräche mit der Stadt über die Zukunft des Schlosses geführt. Leider wenig ergiebige, wie Roa Hachmann von IKU sagt. Sie und ihre Mitstreiter blicken jetzt auf den 30. Juni. Ob es Interessenten seien oder doch nicht nur Interessierte, mit denen das Gebäudemanagement spreche, bleibe abzuwarten, sagt Hachmann.

Von Norman Reuter

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