Hoffen auf einen Bäcker

Bei der Kapelle sind die Fenster vernagelt, das unter Denkmalschutz stehende Hauptgebäude „siecht“ ebenfalls seit Jahren vor sich hin.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Die Fenster sind mit Holzlatten vernagelt, das gesamte Häuschen bietet einen trostlosen Anblick – dabei ist die St.-Viti-Kapelle an der Ebstorfer Straße eigentlich ein Uelzener Schmuckstück, zumal es sich um eines der ältesten Gebäude der Stadt handelt. Doch jahrelang wurde es ebenso wie das benachbarte Gebäude St. Viti vernachlässigt – dabei gelten beide Häuser als besonders erhaltenswert. Jetzt hat die Stadt Hoffnung, dass zumindest in Sachen Kapelle ein Fortschritt erzielt werden kann – denn es ist höchste Zeit: „Vor dem Winter muss noch etwas passieren“, sagt Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull.

Hoffnung setzt die Verwaltung dabei auf eine Bürgerstiftung unter Federführung des Vereins Historisches Uelzen, die sich gerade in der Gründungsphase befindet. „Sie ist gerade dabei Geld zu sammeln und bekommt von uns Geld, das wir vom Alteigentümer erhalten haben“, sagt Scheele-Krogull. Die Stadt hatte die Kapelle übernommen, um Fortschritte im festgefahrenen Vorgang erzielen zu können. Der Vorbesitzer hatte Eingang und Fenster noch vernageln lassen, denn wiederholt war die Kapelle Ziel von Vandalismus.

Keine Entwicklung gibt es dagegen beim Hauptgebäude, das unter Denkmalschutz steht. „Eine Nachnutzung zu finden, ist nicht einfach“, bilanziert der Baudezernent. Der Standort an der Ausfallstraße sei eigentlich nicht schlecht „und wir hatten eigentlich gehofft, dass es eine Ergänzung zum benachbarten Seniorenpflegezentrum Curanum geben könnte“, schildert Scheele-Krogull. Der Stadt schwebe dort ein kleinteiliger Einzelhandel wie ein Bäcker, Schlachter oder auch ein kleines Lebensmittelgeschäft vor. Doch stattdessen gebe es nur Nachfragen von großen Lebensmittelketten. „Die aber wollen wir dort nicht, weil die Stadt nach unserem Lebensmittel-Einzelhandelskonzept gesättigt ist“, so der Baufachmann. Auch Pläne für Wohnen im weitesten Sinne seien stets in den Vorplanungen stecken geblieben.

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