Höhere Preise für Strom und Gas?

Die Schlagzeile im Wirtschaftsmagazin „Der Steuerzahler“

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Für ihr umstrittenes Landwirtschaftsprojekt in der Ukraine bläst den Stadtwerken Uelzen ein immer schärferer Wind vom Bund der Steuerzahler entgegen: In seiner April-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins „Der Steuerzahler“ lässt der Verein kein gutes Haar an dem Engagement, fordert einen vollständigen Rückzug aus der Ukraine und warnt „vor einem drohenden Millionengrab“.

Das Geschäft könne „leicht in steigenden Gas- und Strompreisen für Bürger und Betriebe im heimischen Uelzen enden“. Die Stadtwerke Uelzen haben als Gesellschafter der Sustainable Bio Energy Holding GmbH (SBE) bislang vier Millionen Euro in die Ukraine gepumpt, insgesamt flossen zwölf Millionen in das Projekt.

Bei laufenden Kosten von rund drei Millionen Euro konnte vergangenes Jahr lediglich ein Erlös von 2,1 Millionen Euro erzielt werden. Mit 30-prozentigen Ertragssteigerungen und einem neuen Betriebsleiter soll 2011 eine schwarze Null geschrieben und 2012 ein finanzieller Überschuss von der Ukraine nach Uelzen fließen.

Doch der Steuerzahlerbund hält diese Rechnungen der „global player aus Uelzen“ für illusorisch. Stadtwerke-Manager hätten sich nicht als Landwirtschafts-Experten hervorgetan, geschweige denn als Kenner der spezifischen osteuropäischen Wirtschaftsmentalität, stellt der Steuerzahlerbund fest. „Mit der Einstellung eines neuen Betriebsleiters in der Ukraine, wie kürzlich geschehen, ist es nicht getan.“ Der Verein fordert deshalb „keine weiteren Investitionen zur Bewirtschaftung der bislang brachliegenden Flächen“. Für zusätzliche Maschinen und Personal dürfte kein Geld fließen und die Stadtwerke dürften ihre Gesellschaftsanteile an der SBE nicht aufstocken. Im Gegenteil: „Die Stadtwerke Uelzen sollten sich geordnet und vollständig aus der Ukraine zurückziehen.“

Danach sei zu klären, so der Steuerzahlerbund weiter, „ob und welche Verantwortlichen Entscheider in Vorstand und Aufsichtsrat der Stadtwerke Uelzen wie auch der SBE politische und finanzielle Konsequenzen zu tragen haben“.

Nächsten Montag wollen Stadtwerke und SBE auf einer Sondersitzung des Stadtrates über das Ukraine-Projekt informieren.

Mehr lesen Sie in der Sonnabendausgabe.

Kommentare