Viele Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen / Expertin sucht individuelle Lösungen

Ein hochsensibles System

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Bei der Einsatzleitstelle in Uelzen laufen die Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen auf. Doch häufig handelt es sich dabei um Fehlalarme, die irrtümlich ausgelöst wurden, beispielsweise durch Schweißarbeiten in Betrieben.

Uelzen/Landkreis. Es staubt und zischt, während einige örtliche Handwerker in der Halle eines Uelzener Betriebes mit Schweiß- und Flexarbeiten beschäftigt sind. Wenige Sekunden später wird bei der Leitstelle der Feuerwehr Uelzen der Alarm ausgelöst.

Alle Versuche, dem Mitarbeiter mitzuteilen, dass die Brandmeldeanlage irrtümlich ausgelöst wurde, sind zu spät – die Brandschützer sind schon unterwegs. Bei den Feuerwehren wird dieser Einsatz als Fehlalarm in die Statistik eingehen. Und Petra Schunack, Brandschutzprüferin des Kreisfeuerwehrverbandes Uelzen, wird sich umgehend mit dem Betrieb, bei dem dieser „Täuschungsalarm“ stattgefunden hat, in Verbindung setzen. Trotz dieser irrtümlichen Alarmierung sei „die Brandfrüherkennung der wirksamste Schutz vor Brandschäden“, unterstreicht Landkreis-Sprecher Martin Theine den Vorteil der hochsensiblen Brandmeldeanlagen.

Auch im Uelzener Kreishaus gibt es eine zentrale Brandmeldeanlage.

Ortsbrandmeister Reiner Seidel hatte bei der jüngsten Generalversammlung der Uelzener Schwerpunktfeuerwehr berichtet, dass von 81 Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen im vergangenen Jahr insgesamt 18 Mal der Alarm durch Rauch, Dampf oder Staub ausgelöst worden war. „Von den 106 Brandmeldeanlagen, die wir hier in der Stadt haben, waren 29 an den Fehl- und Falschalarmen beteiligt“, sagte Seidel. In jedem Einzelfall sucht Schunack gemeinsam mit den Betreibern der Brandmeldeanlagen nach individuellen Lösungen, um Täuschungsalarme zu verhindern. Detailliert werden betriebliche Arbeitsabläufe nach Auslösemomenten untersucht, auf die jede funktionstüchtige Brandmeldeanlage erwartungsgemäß reagieren muss.

Dampfaustritte in der Industrie, Staubbildung im produzierenden Gewerbe oder auch mutwilliges Eindrücken des Brandmeldeknopfes von Personen, die nicht in der Lage sind, die Tragweite ihres Handelns zu erkennen, gehören nach Schunacks Erfahrungen immer wieder zu den Ursachen für Täuschungsalarme. Aber auch Demenzkranke in Pflege-Einrichtungen oder Kinder, denen es an Einsicht mangelt, lösen mitunter Brandmeldeanlagen aus. Doch wie lassen sich Täuschungsalarme vermeiden? „Mal muss der Druckknopfmelder in einen besser überwachten Bereich versetzt werden“, erklärt Schunack. Mal könne dem Problem mit der Errichtung einer Zweimelder-Abhängigkeit abgeholfen werden. „Wenn Flex- oder Schweißarbeiten notwendig sind, kann die Zuleitung der Brandmeldeanlage für die Dauer der Arbeiten abgeschaltet und eine Brandsicherheitswache bestehend aus zwei Personen abgestellt werden“, ergänzt Schunack.

Von Angelika Jansen

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