Dijanndra Gußmann plant mit Pferdefreundinnen Anfang November einen speziellen Ausritt

Hoch zu Ross zum Schnellrestaurant

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Dijanndra Gußmann mit ihren beiden Haflingern und einem ihrer Hannoveraner auf der Koppel bei Bollensen. Anfang November geht es auf einen speziellen Ausritt.

js Uelzen/Bollensen. Die Mitarbeiter einer amerikanischen Schnell-Restaurantkette am Kreisel der Uelzener Nordallee dürfte Anfang November nicht schlecht staunen. Dann nämlich werden voraussichtlich drei junge Damen mit ihren Pferden vorreiten und ihre Bestellungen aufgeben.

Aus dem „Drive in“ wird dann wohl kurzfristig ein „Ride in“. Wild-West lässt grüßen.

Soweit sind Dijanndra Gußmann und ihre beiden Mitreiterinnen aber noch nicht. Derzeit feilen die Frauen an der Route von der Pferdekoppel in Bollensen bis zum Burgerbräter in der Kreisstadt. An der Landstraße 270 zwischen Uelzen und Wieren möchte man nicht entlang reiten. „Das ist zu gefährlich. Auch sind die Tiere nicht beschlagen. Die Hufe würden den Tieren nach einigen Kilometern schmerzen“, sagt Pferdewirtin Gußmann. Geplant sei, dass man eine Route über Lehmke und Oldenstadt wähle. Das letzte Stück der gut 15 Kilometer langen Tour werde man durch Uelzens Innenstadt reiten müssen.

Die Idee auf den etwas skurrilen Ausritt sei ihren beiden Reitschülern gekommen, berichtet Dijanndra Gußmann. Im vergangenen Sommer war man mit den Pferden bereits zum Eisessen ausgeritten. Vor ein paar Wochen war das Ziel das Wierener Freibad. Nun, da es mit Hitze und Eisschlecken vorbei sei, stehe eben Deftigeres auf dem Programm.

Auf einer Koppel in Bollensen stehen Gußmanns Pferde. Die Vierbeiner sind Dijanndra Gußmanns Leben, bestimmen ihren Tagesablauf von früh bis spät. Morgens gegen 7 Uhr ist sie bereits auf der rund 1,5 Hektar großen Weide anzutreffen, auf der ihre vier Rösser stehen. Hat sie die Tiere versorgt, geht sie ihrem Broterwerb nach. Auf einem Zuchtbetrieb in Oetzen reitet sie junge Pferde zu. Ein durchaus risikobehafteter Job: „Einmal pro Jahr habe ich einen stationären Aufenthalt im Uelzener Krankenhaus“, sagt die 30-Jährige. Dann ist sie so heftig abgeworfen worden, dass eine längere Behandlung erforderlich ist. Die übrigen durchschnittlich fünf bis sechs Stürze im Jahr gehen glimpflicher aus, enden mit blauen Flecken.

Dennoch: Einen anderen Beruf kann sich Dijanndra Gußmann nicht vorstellen. Selbst wenn sie Urlaub hat, ist sie für ihre Tiere da. „Eine Reise trete ich nur für ein paar Tage an. Wenn ich mich nicht selbst um die Tiere kümmern kann, habe ich immer ein mulmiges Gefühl“, sagt sie.

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