Zeitreise in die Geschichte der Stadt

Am Wochenende: Historischer Handwerkermarkt auf dem Schnellenmarktplatz

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Wie entseht eigentlich festes Tauwerk? Eine von vielen Fragen, die der Handwerkermarkt beantwortet.

sk Uelzen. Am Wochenende erstrahlt Uelzen in altem Glanz: Rund um den Schnellenmarkt und vor der historischen Kulisse des alten Handels- und Handwerkerviertels steht die Handwerkertradition im Mittelpunkt.

Es handelt sich um eine kleine Erfolgsstory: Nach den guten Besucherzahlen der vergangenen Jahre findet der historische Handwerkermarkt zum dritten Mal statt, und zwar am Sonnabend und Sonntag, 19. und 20. September, jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Insbesondere die Mitmach-Aktionen lassen diesen Markt zu etwas Besonderem werden. Ein Scherenschleifer schärft auf Wunsch die mitgebrachten Schneidwerkzeuge der Besucher mit seinem Hand-Schleifstein, ein Steinbildhauer lässt Kinder Steine mit Hammer und Meißel bearbeiten, ein Töpfer lädt Groß und Klein zum Mitmachen ein und in der Blaudruckerei können weiße T-Shirts kostenlos gefärbt werden.

Viele weitere alte Berufsstände haben ihr Kommen angekündigt: Reepschläger, Drechsler, Weber, Korbmacher, Schmied und Glaser. Dabei wird das alte und oft schon in Vergessenheit geratene Handwerk erlebbar.

Auch auf der kulinarischen Ebene wird es historisch: Es gibt ganze Schweine vom Grill und einen Holz-Backofen für frische Backwaren.

Kurzum: In der Uelzener Altstadt wird es zugehen wie vor vielen hundert Jahren – denn so oder so ähnlich könnte es schon im 15. und 16. Jahrhundert zu Marktzeiten in dem Stadtviertel ausgesehen haben. Ein Viertel, das von großer Bedeutung war und von Handwerkern und Händlern gleichermaßen geprägt wurde.

Uelzen war damals vor allem durch den Verkauf von Leinen nach England und Nordeuropa reich geworden. Im Bereich des heutigen Taterhofes hatten englische Kaufleute ihre eigenen Handelsniederlassungen für englische Tuchwaren und schottische Wollstoffe.

Auch der Handel mit Töpferwaren, die dem Marktplatz und dem Brunnen den Namen gaben, war in dieser Zeit umfangreich. „Schnelle“ ist ein historischer Begriff, der Steinzeug, insbesondere Krüge, bezeichnet. Gehandelt wurde mit Markenware aus Siegburg: Die „Siegburger Schnellen“ kamen auf dem Weg vom Rheinland bis in den Ostseeraum auch nach Uelzen, das zu dieser Zeit für den Warenaustausch eine bedeutende Rolle spielte.

Die Kulturförderungsgesellschaft Uelzen als Veranstalter und das City-Management als Organisator möchten mit dem Handwerkermarkt auf die historische Rolle des Schnellenmarktviertels sowie der gesamten Stadt Uelzen aufmerksam machen.

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