Neues Projekt: Ostfalia-Studenten erforschen Alltags-Bedürfnisse in Holdenstedt

Hilfe für die Nachbarschaft

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Wäsche waschen, Einkäufe erledigen, Glühbirnen wechseln: Um alltägliche Hilfen wie diese geht es bei dem Nachbarschaftsprojekt, das die Ostfalia Hochschule starten will. Bei der wissenschaftlichen Untersuchung werden Bürger in Holdenstedt befragt.

Uelzen-Holdenstedt. „Wir wollen Orte schaffen, in denen man gerne lebt und bleibt. “ Dieses Ziel verfolgt Michael Koeppen, Lehrbeauftragter der Ostfalia Hochschule in Suderburg.

Gemeinsam mit 15 bis 20 Studenten des Fachbereichs Soziale Arbeit will er im kommenden Semester in Holdenstedt ein neues wissenschaftliches Projekt zur bestehenden Nachbarschaftshilfe starten.

Wie berichtet, haben sich in dem Ort mehrere Bürger gefunden, die ältere Menschen zum Arzt oder zu Behörden begleiten, Einkäufe übernehmen oder bei kleineren Problemen im Haushalt helfen, etwa beim Wechseln von Glühbirnen oder beim Ausfüllen von Formularen. An dieses Hilfsnetzwerk, das Waltraud Lobitz, Mitarbeiterin im Seniorenservicebüro der Stadt Uelzen, vor einigen Jahren initiiert hatte, will Koeppen nun anknüpfen.

Wie lassen sich Hilfen im Alltag unter Nachbarn organisieren? Und welche konkreten Wünsche haben die Holdenstedter Bürger, gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels? Diese und viele weitere Fragen sollen bei der Untersuchung beantwortet werden. Dazu werden die Studenten demnächst Gespräche mit Vertretern örtlicher Vereine und Verbände führen.

„Sie sollen mit offenem Blick hingehen, sich mit den Leuten unterhalten und herausfinden, welchen Bedarf diese haben“, schildert Koeppen. Schließlich seien die Bewohner „Experten für ihr Dorf“, von denen man viel lernen könne. Daraus sollen dann weitere Handlungsansätze für das Nachbarschaftsprojekt entstehen.

Holdenstedts Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Heuer hat dazu bereits konkrete Ideen. „Wir brauchen einen zentralen Anlaufpunkt im Ort, an dem sich die Leute treffen können: zum Austausch, zum Kaffeetrinken oder zu Spielenachmittagen. Ein Dorfgemeinschaftshaus haben wir nämlich nicht“, bedauert er.

Heuer begrüßt das Ostfalia-Projekt und erhofft sich davon neue Impulse für die Nachbarschaftshilfe vor Ort. „In Klein Süstedt klappt das schon sehr gut. Man kennt sich untereinander, die Dorfgemeinschaft ist stärker“, weiß der Ortsbürgermeister. Das sei in Holdenstedt noch etwas anders.

Koeppen nennt die geplanten Bürger-Befragungen der Ostfalia-Studenten eine „Sozialraum-Analyse in kleinem Rahmen“. Das Ziel sei, das Gemeinwesen der Orte zu stärken, bevor Probleme überhaupt entstehen könnten. Und auch die Studenten werden laut Koeppen von dem Projekt profitieren. „Ihnen werden sich neue Blickwinkel eröffnen“, ist er überzeugt.

Von Bernd Schossadowski

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